Basics Referendariat

Nur nicht den Blick auf den Vertretungsplan vergessen!

Du kennst das sicherlich – eigentlich wolltest du ganz früh in der Schule sein, doch dann – die vielen anderen Autos auf der Straße oder die Bahn, die Verspätung hatte, und schließlich bist du in letzter Minute in der Schule angekommen und direkt ins Klassenzimmer gehetzt. Heute ging das gut, aber …
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Plötzliche Vertretungsstunden

In der Schule passiert es ständig, dass Lehrer ausfallen, sich verspäten oder aus anderen Gründen Stunden umgelegt werden müssen. Nicht immer ist alles planbar, und dann passiert es, dass jemand ganz kurzfristig ausfällt. In dem Fall muss sofort umgeplant werden, da keine Klasse unbeaufsichtigt bleiben darf. Bist du zum Hospitieren in einer Klasse oder als Unterstützung, dann kann es dich gerade in ersten Stunden sehr leicht treffen – entweder stehst du dann plötzlich mit deiner Klasse allein da oder musst in einer fremden Klasse unterrichten.

Routine

In der Regel hängt ein Vertretungsplan im Lehrerzimmer, der von der Schulleitung erstellt wird. Es sollte zur Routine werden, mehrmals am Tag einen Blick darauf zu werfen, vor dem Unterricht, in den großen Pausen und auch am Ende des Tages. An manchen Schulen werden kurzfristige Änderungen rot dargestellt, dann genügt auch ein flüchtiger Blick – aber nicht zu flüchtig.

Vertretung, und nun?

Planbare Vertretungen besprichst du am besten mit deinen Kollegen. Meistens sagen sie dir, was du machen sollst. Stehst du plötzlich in einer Klasse, die du in einem anderen Fach unterrichtest, machst du einfach mit deinem Fach weiter. Kennst du die Klasse nicht und hast auch keine Ahnung, was dort gemacht werden soll, womöglich noch in einem Fach, das du nicht beherrscht, dann dreh den Spieß um und lass die Schüler in Gruppen zum letzten Thema recherchieren. Jede Gruppe denkt sich z. B. eine spezielle Fragestellung aus und trägt dann in einem kurzen Vortrag vor, was sie herausgefunden hat.

Aufgeteilte Klassen – was kann ich tun?

Manchmal werden Klassen aufgeteilt, und du bekommt ein Grüppchen in deine Klasse gesetzt. Passiert dir das, dann achte darauf, dass die Schüler die ihnen gestellten Aufgaben auch erledigen. Haben Sie keine Aufgaben, kannst du sie mitarbeiten lassen oder einsetzen (ältere Schüler als Helfer, jüngeren können deine Kinder etwas erklären, vorlesen oder zeigen). Und wenn du am Ende der Stunde ein paar Spiele einsetzt, machst du damit allen eine Freude.

Vertretung? Das passt mir gerade gar nicht …

Das gibt es eigentlich nicht. Wenn du in der Schule bist, dann solltest du die Stunde übernehmen. Allerdings gibt es ein paar Ausnahmen. Sollte dies die letzte Stunde vor einem Unterrichtsbesuch sein und es ist wichtig für dich, dann rede mit deinen Kollegen. Es gibt ganz sicher eine Lösung. Wenn du weißt, dass du an einem bestimmten Tag einen Termin in einer Freistunde hast (Gespräch mit Eltern, privates Treffen, wichtiges Telefonat etc.), dann gib frühzeitig Bescheid. Nimmt es jedoch überhand und du musst zu oft Vertretungen übernehmen (mehr als einmal die Woche im Schnitt), dann sprich mit deinen Kollegen oder mit deinem Seminar.

Was lernst du aus Vertretungsstunden?

Du bist es gewohnt, Stunden vorbereitet durchzuführen? Vertretungsstunden sind das genaue Gegenteil davon. Du bist völlig unvorbereitet in einer meist unbekannten Klasse. Du kennst weder den Leistungsstand noch die Schüler, und im schlimmsten Fall haben die Schüler auch mehr Fachwissen als du. Das ist ein gutes Training für dich, denn es kann immer zu unvorhergesehenen Situation kommen. Da ist es gut, vorbereitet zu sein. Das muss nicht minutengenau ausgearbeitet sein, aber ein Arbeitsblatt (einmal ausgefüllt), ein paar Hinweise zu Schülern usw. sind sehr hilfreich und sparen dir auch letzten Endes Aufwand. So ist eine kontinuierliche Arbeit gewährleistet.

Eine gute Hilfestellung zur Vorbereitung bietet dir hierzu unsere umfangreiche Buchreiche „Die schnelle Stunde …“, in der du zu nahezu jedem Fach und jeder Jahrgangsstufe vorbereitete Unterrichtsideen findest. Lehrplanorientiert, strukturiert, originell und vor allem – sofort einsetzbar.

Manon Sander hat als Lehrerin an Grund-, Haupt- und Realschulen unterrichtet. Sie ist Lehrbeauftragte an der Universität in Bielefeld und betreut dort die Lehramtsstudierenden im Praktikum. Frau Sander ist außerdem akademische Mitarbeiterin am Institut für Unterrichtsentwicklung an der Pädagogischen Hochschule. Die Mutter von sechs Kindern ist als Autorin für verschiedene Verlage und Magazine tätig.

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