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Der Elternabend: So bereiten Sie sich als Lehrer optimal vor

Grundsätzlich ist der erste Elternabend in einer neuen Klasse immer besonders aufregend. Sie stehen als Berufseinsteiger vor vielen Menschen, denen Sie zuvor noch nie begegnet sind und sollen diesen Abend nun gestalten… 

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Gehen Sie entspannt in den Elternabend

Bei aller Aufregung sollten Sie grundsätzlich Folgendes bedenken:

  • Die Eltern kommen, nachdem Sie von Ihren Kindern wahrscheinlich schon Einiges über Sie gehört haben, um sich ein Bild von Ihnen zu machen, keineswegs aber, um Sie zu beurteilen.
  • Sie sind neugierig und möchten wissen, worauf Sie in Ihrer täglichen Unterrichtsarbeit Wert legen.
  • Sie möchten über Jahrgangsstufeninhalte informiert werden, um darauf vorbereitet zu sein, was in diesem Jahr auf sie zukommt.
  • Durch ihr Erscheinen zeigen die Eltern Interesse an ihrem Kind und dessen schulischer Laufbahn.

Diese Punkte sollten Sie stets im Hinterkopf behalten und natürlich nutzen. Im Rahmen des Elternabends haben Sie die Möglichkeit, ein großes Publikum anzusprechen und Dinge weiterzugeben, die Ihnen wichtig sind. Sehen Sie den Abend als Chance, die Eltern gleich von Anfang an als Partner mit in den Erziehungsprozess einzubinden und ihnen zu verdeutlichen, dass Sie gemeinsam in einem Boot sitzen, d. h. dass nur mit beiderseitiger Unterstützung der schulische Erfolg der Lernenden erreicht werden kann.

Schaffen Sie eine angenehme Atmosphäre

Ähnlich wie im Falle der Sprechstunde gilt es auch auf einem Elternabend positive Rahmenbedingungen zu schaffen, die ein gutes Klima herstellen.

1. „Sitzordnung“

Achten Sie auf die Sitzordnung. Eine frontale Anordnung fördert keinesfalls einen offenen Austausch und suggeriert auch kein gleichwertiges Miteinander. Um den Grundbaustein für einen vertrauensvollen und gleichberechtigten Umgang miteinander zu legen, ist auch räumlich gesehen ein direkter Zugang förderlich. Eine Möglichkeit wäre es, die Stühle in Form eines Sitzkreises anzuordnen.

2.    Raumklima

Achten Sie außerdem darauf, dass ein angenehmes Raumklima vorherrscht. Frische Luft und eine angenehme Temperatur sorgen für körperliches Wohlbefinden.

3.    Ordnung

Das ordentliche Erscheinungsbild des Klassenzimmers, falls der Elternabend hier stattfindet, ist ebenfalls nicht zu unterschätzen.

Geben Sie Ausblicke auf bzw. Einblicke in das kommende Schuljahr

Auch für den Elternabend ist eine gute Vorbereitung Pflicht und gibt Ihnen die nötige Sicherheit, um professionell auftreten zu können. Überlegen Sie sich vorher gut, welche Informationen Sie an die Eltern weitergeben möchten und machen Sie sich dazu Notizen. Ein solcher „Spickzettel“ strukturiert Ihren Vortrag. Wichtige Inhalte, die Sie an einem Elternabend aufgreifen könnten, sind u. a.:

  • Pädagogische Prinzipien Ihres Arbeitens: Was ist Ihnen wichtig? Wie arbeiten Sie? Welche erzieherischen Maßnahmen gibt es in der Klasse?
  • Beispielhafter Ablauf eines Unterrichtsvormittages (Tagesablauf)
  • Inhalte der einzelnen Fächer in der entsprechenden Jahrgangsstufe
  • Hinweise zu den verschiedenen Formen der Leistungsmessung
  • Organisatorisches wie Aufbau des Stundenplans, Sprechstunde, in der Klasse unterrichtende Fachlehrer, Arbeitsgemeinschaften etc.
  • Hausaufgaben: Umfang, Elternfunktion
  • Termine
  • Fragen, Wünsche, Anregungen der Eltern

Strukturieren Sie Ihren Elternabend

Je nachdem, ob Sie als Fachlehrerin zu einem Elternabend gebeten werden oder diesen als Klassenlehrerin bzw. Klassenlehrer gestalten: Der Ablauf eines Elternabends setzt sich immer aus gewissen Bausteinen zusammen. Auf diese können Sie zurückgreifen. Selbstverständlich können Sie sie variieren und ändern, aber ein „Gerüst“ bieten sie allemal. Tauschen Sie sich dazu im Vorfeld auf jeden Fall mit Ihrem Kolleginnen und Kollegen aus – das Rad muss nicht neu erfunden werden. 

Bausteine für einen Elternabend

In jedem Fall beginnt der Abend mit der Begrüßung. Begrüßen Sie die Eltern gern per Handschlag und bringen Sie sie eventuell an ihren Platz bzw. zeigen ihnen, wo ihr Kind im Raum sitzt. Wenn alle eingetroffen sind, stellen Sie sich kurz vor. Wie detailliert Sie dabei von sich selbst erzählen, bleibt ganz Ihnen selbst überlassen. Konzentrieren Sie sich dabei aber vor allem auf Ihren beruflichen Werdegang und geben Sie nicht allzu viel Persönliches von sich preis! Anschließend können Sie entweder mit den vorbereiteten Inhalten fortfahren oder aber die Wahl des Klassenelternsprechers in die Wege leiten. Diese führen die Eltern in der Regel selbstständig durch. Ein großer Teil der eingeplanten Zeit sollte auch für Fragen, Anregungen und Wünsche der Eltern freigehalten werden. Fordern Sie diese dazu auf, jederzeit vertrauensvoll auf Sie zuzukommen und stehen Sie nach dem offiziellen Teil des Elternabends für persönliche Gespräche unter vier Augen bereit. JS

Die Autorin Julia Schlimok ist Lehrerin und betreut seit mehreren Jahren regelmäßig Lehramtsanwärterinnen und -anwärter im 1. Ausbildungsjahr.

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