Gespräche

Mit den Kollegen im Bunde – Problemschülern gemeinsam helfen

Die Leistungen eines Schülers machen Ihnen Sorgen? Einer Ihrer Schützlinge zieht sich in der letzten Zeit auffallend zurück? Oder aber Sie werden von einer Schülerin während des Unterrichts fortwährend provoziert? Dann ist es Zeit, aus dem eigenen Schneckenhaus herauszukommen und im Team mit anderen Lehrkräften über die Situation zu beraten. Was Sie hierbei beachten sollten, nennt der folgende Beitrag in Grundzügen.
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Bewusstmachen der Situation

Wenn Sie merken, dass Sie durch eine Situation mit einem Schüler/einer Schülerin in Ihrem Unterrichtsgeschehen oder gar in Ihrem Alltag belastet sind, sollten Sie den Sachverhalt zunächst analysieren. In welchen Momenten treten die Provokationen auf? Wie verhält sich der Schüler/die Schülerin im Unterricht? Wie sieht es mit deren Leistung aus?

Notieren Sie für sich, welche Umstände Sie wahrnehmen – und formulieren Sie auch mögliche Lösungsansätze, die Ihnen durch den Kopf gehen.

In den Dialog treten

Sprechen Sie außerdem die Kolleginnen und Kollegen an, die auch in der Klasse unterrichten. Besonders wichtig ist ferner ein guter Kontakt zu der Klassenlehrkraft. Bitten Sie diese um eine Teamsitzung, in der alle Lehrkräfte und auch die pädagogischen Mitarbeiter Lösungsansätze zu der Situation entwickeln können.

Die Einladung zu der Teamsitzung erfolgt in der Regel durch die Klassenlehrkraft, Sie sollten diese dann aber etwa bei der Raumsuche und bei der Ausrichtung der Teamsitzung unterstützen. Benötigen Sie beispielsweise besonderes Material wie etwa kleine Zettelchen, Stifte, ein Flipchart? Sorgen Sie auch dafür, dass Kaffee, Tee oder Wasser bereitstehen.

Gemeinsam ans Werk

Vor der Teamsitzung sollten Sie gemeinsam einen zeitlichen Rahmen hierfür bestimmen und auch einen der Anwesenden bitten, auf die Einhaltung der Zeit zu achten. Formulieren Sie danach Ihre Wahrnehmung der Problematik und bitten Sie die anderen Lehrkräfte um deren Einschätzung.

Dann sollten Sie zusammen ein Ziel für diese Sitzung definieren, z. B.:

  • Welche Möglichkeiten zur Differenzierung gibt es für den betreffenden Schüler, um die Leistungen zu verbessern?
  • Welche Ansprechpartner sollen kontaktiert werden, um mehr über die Situation des Schülers zu erfahren?
  • Welche Schritte sollten unternommen werden, um dem störenden Verhalten des Schülers zu begegnen?

Halten Sie die Ziele etwa an einem Flipchart fest. Fotografieren Sie diese. Anschließend sollten die Zuständigkeiten und Zeiträume festgelegt werden – wer sollte bis wann welche Aufgaben erledigt haben?

Vereinbaren Sie außerdem, wann Sie sich erneut treffen werden, um Ihre Ergebnisse zu evaluieren.

Bei Schwierigkeiten mit einzelnen Schülern sollten Sie sich nicht zurückziehen, sondern sich der Situation bewusst im Team stellen. Hier gilt es, gemeinsam an einem Ziel zu arbeiten und die Chance der Kommunikation und der Unterstützung zu nutzen. 

Alexandra von Plüskow ist Grundschullehrerin und Bildungskoordinatorin im Landkreis Heidekreis. Darüber hinaus arbeitet sie seit einigen Jahren als freie Fachjournalistin und als Lehrbeauftragte in der Lehrerinnen- und Lehrerausbildung.

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