Gespräche

Effiziente Unterrichtsvorbereitung durch inhaltliche Absprachen und Materialaustausch

Nicht ohne Grund werden Lehrkräfte auch gern als als Jäger und Sammler bezeichnet. Je nach Anzahl der abgeleisteten Dienstjahre sammelt bzw. stapelt sich bei ihnen das Material – in jedem Vorurteil steckt meist auch ein kleiner wahrer Kern. Aber: Nicht jeder muss – allein und auf sich gestellt – das Rad immer wieder neu erfinden! 
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Fachübergreifend unterrichten – Arbeitsteilung nutzen

Im Schulalltag bietet sich eine inhaltliche Verknüpfung verschiedener Fächer immer wieder an. Viele Themen überschneiden sich im jeweiligen Lehrplan einer Klassenstufe. Um eine ganzheitliche Bearbeitung möglichst vieler Inhalte zu ermöglichen, schließen Sie sich mit anderen Fachlehrkräften zusammen und suchen Sie gezielt nach Gemeinsamkeiten. Dementsprechend können Sie auch Ihre Stoffverteilungspläne aufeinander abstimmen, um ein Thema auf diesem Weg von möglichst vielen verschiedenen Seiten beleuchten zu können.

Austauch mit den Kollegen in der Parallelklasse

Neben einer fächerübergreifenden Verknüpfung ist es aber auch sinnvoll, sich innerhalb der Klassenstufe mit den Lehrkräften der Parallelklassen abzusprechen und bestimmte Inhalte zur gleichen Zeit zu bearbeiten. Wie synchron Sie in deren Bearbeitung vorgehen, hängt natürlich auch immer von der Leistungsstärke der jeweiligen Klasse ab. Vielleicht braucht Ihre Klasse für ein Thema etwas länger als die Parallelklasse. In diesem Fall gehen Sie auf Ihre Kolleginnen und Kollegen zu und nehmen Sie sich den nötigen Freiraum! An vielen Schulen ist die inhaltliche Absprache aller Lehrkräfte einer Jahrgangsstufe von der Schulleitung sogar vorgeschrieben. Dementsprechend werden häufig auch identische Leistungserhebungen geschrieben und gleichermaßen korrigiert. Was manch einer vielleicht als Verlust der persönlichen Freiheit verstehen könnte, steht hier aber für eine Form der Sicherheit. Niemand kann behaupten, bei dieser oder jener Lehrkraft wären die Tests oder Klassenarbeiten leichter oder schwerer gewesen.

Zusammenarbeit bedeutet keine Zwangsjacke

Wichtig ist, dass ein zeitlich paralleles Vorgehen keineswegs einen identischen Unterricht bedeuten muss! Jede Lehrerin und jeder Lehrer kann ihren bzw seinen Schülerinnen und Schülern die Unterrichtsinhalte auf eine bestimmte didaktisch-methodische Art und Weise näher bringen und muss sich deshalb nicht gleich „selbst verlieren“.

Erleichtern Sie sich die Vorbereitung

Ein zentraler Punkt in der Zusammenarbeit ist außerdem die gemeinsame Produktion bzw. der Austausch von Unterrichtsmaterialien. Warum soll jeder allein vor sich hin arbeiten und eigenes Material zum gleichen Unterrichtsinhalt herstellen? Sprechen Sie sich ab, teilen Sie sich die Arbeit auf und tauschen Sie Arbeitsmittel und -material aus. Gut ausgewählte und schön gestaltete Unterrichtsmaterialien aus verschiedenen Fachverlagen finden Sie auch in unserem Shop. Hier lohnt es auf jeden Fall, sich nach Anregungen umzusehen. Auch Stundenverläufe, Sequenzpläne oder Stoffverteilungspläne müssen nicht doppelt und dreifach angefertigt werden. Entlasten Sie sich durch Arbeitsteilung gegenseitig und stellen Sie anderen Ihr Material zur Verfügung. An vielen Schulen existieren im Lehrerzimmer auch Ordner, die für jeden zugänglich sind und Arbeitsmaterialien bzw. Leistungserhebungen enthalten.

Gemeinsame Treffen helfen weiter

In welchem zeitlichen und örtlichen Rahmen Ihre Treffen mit Kolleginnen und Kollegen stattfinden und wie eng die Zusammenarbeit wirklich ist, bleibt wiederum ganz Ihnen überlassen. Informieren Sie sich, ob es an Ihrer Schule vielleicht schon feste Jahrgangsstufentreffen bzw. -konferenzen gibt, denen Sie sich anschließen können. Wenn solche nicht stattfinden, scheuen Sie sich nicht davor, Kollegen direkt anzusprechen und eventuell einen neuen Rahmen für kollegiale Zusammenarbeit zu schaffen.

Nehmen Sie Ihre Scheuklappen ab

Durch einen „materiellen Austausch“ erleichtern Sie sich nicht nur die Vorbereitung, sondern eröffnen sich zudem neue Sichtweisen. Nehmen Sie den Austausch als Bereicherung an und schauen Sie, wie andere Kollegen arbeiten. Vielleicht entdecken Sie neue didaktische Kniffe und Vorgehensweisen, die Sie auch in Ihren Unterricht einbauen möchten. Erweitern Sie Ihren Horizont und stellen Sie Ihre eigene didaktische Vorgehensweise immer wieder in Frage. Nur wer sich selbst in Frage stellt, bleibt offen für Veränderungen. JS

Die Autorin Julia Schlimok ist Lehrerin und betreut seit mehreren Jahren regelmäßig Lehramtsanwärterinnen und -anwärter im 1. Ausbildungsjahr.

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