Gespräche

Das persönliche Gespräch zwischen Lehrer und Schüler

Auch wenn Sie während des Unterrichtsvormittages grundsätzlich immer für Ihre Schülerinnen und Schüler als Ansprechpartner da sein sollten, gilt es, wichtige Gespräche nicht zwischen Tür und Angel zu führen, sondern sich Zeit zu nehmen und strukturiert an einem gemeinsamen Gesprächsziel zu arbeiten.
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Begegnen Sie den Lernenden auf Augenhöhe

Beide Seiten müssen an einem Strang ziehen, um ein optimales Lernumfeld aufzubauen und durch klare Absprachen angstfreie Begegnungen zu ermöglichen. Bemühen Sie sich um ein vertrauensvolles und offenes Verhältnis zu Ihren Schülerinnen und Schülern, um eine fundierte Basis für ein angstfreies und erfolgreiches Lernen zu schaffen. Eine gute Umgangsform gründet auf verschiedenen Bausteinen, die jedem sozialen Miteinander zugrunde liegen müssen. Einer davon ist die gegenseitige Wertschätzung. Zeigen Sie den Schülerinnen und Schülern, dass Sie deren Fragen und Bedürfnisse ernst nehmen. Treten Sie ihnen als Partner gegenüber, der an ihrem Wohl interessiert ist und begegnen Sie ihnen auf Augenhöhe. Zeigen Sie sich optimistisch und lösungsorientiert. Es geht schließlich darum, Auswege für etwaige Probleme zu finden und diese gemeinsam zu erarbeiten.

Schaffen Sie einen passenden Rahmen für ein erfolgreiches Gespräch

Gespräche können entweder von der Lehrkraft gewünscht und angesetzt oder auch vom Lernenden erbeten worden sein. Nicht immer müssen negative Vorkommnisse Anlass dafür geben. Wünschenswert wären regelmäßige Treffen, bei denen positive Entwicklungen thematisiert werden und die das Kind bzw. den Jugendlichen positiv verstärken.

Um einen guten Gesprächsverlauf zu ermöglichen, achten Sie auch auf förderliche äußere Rahmenbedingungen:

  • Wählen Sie einen hellen und ruhigen Raum, in dem Sie nicht durch andere gestört werden.
  • Vereinbaren Sie einen Termin für das Gespräch, so dass Sie nicht unter Zeitdruck geraten.
  • Bereiten Sie sich auf das Gespräch vor.

Ein erfolgreiches Gespräch braucht Struktur

Um die Gefahr zu vermeiden, dass das Gespräch „aus dem Ruder läuft“, führen Sie die Unterhaltung möglichst strukturiert. Dies ermöglicht es Ihnen, auch bei unerwarteten Inhalten und Äußerungen, schnell zum eigentlichen Gesprächsziel zurückzufinden und einem roten Faden zu folgen.

 1. Bestandsaufnahme:

Sprechen Sie über den Stand der Dinge. Gibt es einen bestimmten Grund dafür, dass das Gespräch einberufen wurde? Falls es sich um ein Folgegespräch handelt, knüpfen Sie beim letzten Gespräch an.

 2. Ziel:

Überlegen Sie gemeinsam: Welches Ziel soll das Gespräch haben? Wo wollen Sie hin? Diese Zielvereinbarung ist besonders wichtig, wenn die Gefahr besteht, vom eigentlichen Punkt abzukommen.

 3. Vorgehensweise:

Kümmern Sie sich um das Wie! Nutzen Sie vorhandene Ressourcen und klären Sie: Wie kann das Ziel erreicht werden? Auf welchem Wege können Sie gemeinsam an den angestrebten Punkt kommen?

 4. Zeitplan:

Erstellen Sie einen konkreten Zeitplan. In welchem zeitlichen Rahmen können und sollen Teilziele bzw. das Endziel erreicht werden? Dieser Zeitplan kann und muss bei Folgegesprächen immer wieder herangezogen und kontrolliert werden.

 5. Feedback:

Geben Sie sich gegenseitig ein Feedback. Sind beide Gesprächspartner mit dem Verlauf des Gesprächs und dem Ergebnis zufrieden?

Machen Sie sich nach einem Gespräch stets Notizen und halten Sie Zielvereinbarungen und wichtige Inhalte fest. So fällt es Ihnen später leichter, sich gezielt auf das nächste Gespräch vorzubereiten, an Absprachen anzuknüpfen und gegebenenfalls Fortschritte zu analysieren. JS

Die Autorin Julia Schlimok ist Lehrerin und betreut seit mehreren Jahren regelmäßig Lehramtsanwärterinnen und -anwärter im 1. Ausbildungsjahr.

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