Unterricht

Ein Klassenbuch dient als Informationsplattform

Das Klassenbuch registriert alle wesentlichen Daten einer Klasse. Ob Stundenplan, Unterrichtsstoff oder Hausaufgaben – hier werden alle Informationen festgehalten. und die Anwesenheit jeder Schülerin und jedes Schülers wird in diesem Buch dokumentiert.

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Überblick über alle wichtigen Daten

Jede Klasse erhält zu Beginn des Schuljahres ein Klassenbuch, in dem alle die Klasse betreffenden Daten dokumentiert werden. So werden dort schon gleich am Anfang von der Klassenlehrerin, dem Klassenlehrer oder den Klassenbuchführern ein Klassenverzeichnis, ein Stundenplan, Übersichten über die in der Klasse unterrichtenden Lehrerinnen und Lehrer und über die Klassenämter angelegt, anhand deren sich jede Lehrkraft einfach und zügig orientieren kann. Im Laufe des Jahres kommen weitere Informationen hinzu. 

Dokumentation des Unterrichtsstoffs

Das Klassenbuch enthält für jeden einzelnen Tag des Schuljahres eine Spalte, die wiederum in Zeilen untergliedert ist, von denen jede für je eine Unterrichtsstunde reserviert ist. Hier trägt jede Lehrkraft am Ende der gehaltenen Stunde in aussagekräftiger Kurzform den behandelten Unterrichtsstoff ein und versieht den Eintrag mit ihrem Kürzel.

Nachweis gegenüber Außenstehenden

Die Einträge in einem Klassenbuch über die erreichten Unterrichtsziele sind in vielfacher Hinsicht nützlich. Die Lehrkräfte können anhand ihrer Aufzeichnungen jederzeit einen Nachweis über die Progression ihres Unterrichts gegenüber Außenstehenden (Schulleiter, Schulaufsicht, Eltern) erbringen. Sie sollten deshalb in Ihrem eigenen Interesse den Unterricht  gewissenhaft dokumentieren.

Einblick in das Curriculum der Schülerinnen und Schüler

Auch für die Kollegen ist es hilfreich zu sehen, welches Pensum eine Klasse an einem Tag bereits bewältigt hat. Sie können dann die Verfassung der Schülerinnen und Schüler besser einschätzen und berücksichtigen, z. B. wenn diese in den vorausgegangenen Stunden einen Leistungsnachweis erbringen mussten. Oder aber sie können motivierende Bezüge zu dem in anderen Fächern behandelten Stoff herstellen.

Überblick über das Hausaufgabenpensum

In manchen Klassenbüchern ist extra eine Spalte vorgesehen, in die jede Lehrkraft die gestellten Hausaufgaben eintragen kann. Auch dies dient zum einen der Dokumentation gegenüber Eltern, Schulleitung und ggf. Schülerinnen und Schülern. Zum anderen können die in der Klasse unterrichtenden Kollegen daran den Umfang des Hausaufgabenpensums ablesen und ihre eigene Aufgabenstellung danach ausrichten. Nutzen Sie diese Information, um Überlastungen Ihrer Schülerinnen und Schüler zu vermeiden und ihnen einen gleichmäßigen Übungsrhythmus zu gewährleisten.

Dokumentation der Fehlzeiten

Außerdem werden im Klassenbuch die Fehlzeiten der Schülerinnen und Schüler festgehalten, d. h.  die (Fach-)Lehrkräfte tragen hier nicht nur Fehltage, sondern auch Fehlstunden ein. Auf dieser Grundlage stellen die Klassenleiterin oder der Klassenleiter möglichst wöchentlich fest, ob für die Fehlzeiten Entschuldigungen vorliegen und fordern sie ggf. bei den Schülerinnen und Schülern nach. Die schriftlichen Entschuldigungen sollten aus Gründen der Diskretion nicht im Klassenbuch gesammelt, sondern von der Klassenleitung separat abgelegt werden.

Aufbewahrung des Klassenbuchs

Damit das Klassenbuch zuverlässig geführt wird und es den (Fach-)Lehrkräften zu Beginn jeder Stunde vorliegt, werden am Anfang des Schuljahres i. d. R. zwei Klassenbuchführer benannt, die das Klassenbuch jeden Morgen vor Unterrichtsbeginn an einem zentralen Ort (normalerweise im Schulsekretariat) abholen, es den ganzen Schultag über mit in die jeweiligen Unterrichtsräume nehmen und nach Unterrichtsschluss wieder am zentralen Ort ablegen. Dort kann außerhalb der Unterrichtszeit vom Schulleiter oder den Fachlehrkräften Einsicht genommen werden.

Amt der Klassenbuchführer

In manchen Jahrgangsstufen ist das Amt der Klassenbuchführer bei Schülerinnen und Schülern sehr beliebt, in anderen interessieren sie sich weniger dafür. Achten Sie darauf, das Amt nur zuverlässigen Schülerinnen und Schülern zu übertragen, die dafür sorgen, dass das Klassenbuch tatsächlich in jeder Stunde vorliegt, die überprüfen, ob alle Eintragungen vorgenommen werden und die unter Umständen Lehrkräfte daran erinnern, fehlende Informationen nachzutragen.

Dokumentation in der Oberstufe

In der Oberstufe, wo die Schülerinnen und Schüler nicht mehr im Klassenverband unterrichtet werden, gibt es entsprechend auch keine Klassenbücher mehr. Hier führen die Kursleiterinnen und Kursleiter eigene Listen, auf denen sie die Fehlstunden der Schülerinnen und Schüler vermerken. Über die Fehlzeiten informieren sie zeitnah die Kollegstufenbetreuer, in deren Aufgabenbereich das Verwalten der Entschuldigungsschreiben liegt.

Elektronische Klassenbücher

Mittlerweile existieren mancherorts bereits Klassenbücher in elektronischer Form. Die Daten werden über das Internet eingegeben und elektronisch gespeichert. Das ermöglicht einen Zugriff von verschiedenen Orten. In Deutschland sind elektronische Klassenbücher derzeit jedoch noch kaum verbreitet. SW

Die Autorin Stephanie Weiser ist Gymnasiallehrerin für Deutsch, Französisch und Spanisch und war pädagogische Mitarbeiterin (für Deutsch und Fremdsprachen in der Abteilung für berufliche Schulen) im Bayerischen Kultusministerium. Zur Zeit arbeitet sie als Fachberaterin und Koordinatorin für Deutsch (für Argentinien und Paraguay) in Buenos Aires.

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