Unterricht

So korrigieren Sie Hausaufgaben sinnvoll – und unterstützen den Lernfortschritt

Hausaufgaben sind feste Bausteine in allen Fächern des deutschen Schulsystems. Doch nur wenn die Hausaufgaben auch regelmäßig kontrolliert, eingehend besprochen und sorgfältig verbessert werden, kann der Lernfortschritt bei Schülerinnen und Schülern beobachtet und gefördert werden.

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Regelmäßige Hausaufgabenkontrolle ist unentbehrlich

Hausaufgaben sind in unserem Schulwesen unentbehrlich zur Festigung des Gelernten. Um ihren Stellenwert zu betonen und den Lernfortschritt der Schülerinnen und Schüler zu beobachten und zu fördern, müssen sie regelmäßig kontrolliert und korrigiert werden. Dies kann bei einheitlich zu lösenden schriftlichen Aufgaben durch eine schnelle Sichtung im Unterricht oder Stichproben und gemeinsame Besprechung im Plenum geschehen.

Individuelle Lösungen individuell korrigieren

Individuelle Lösungen erfordern auch eine individuelle Korrektur. Sofern die Antwort überschaubar ist und vielmehr der inhaltliche Aspekt als die sprachliche Darstellung fokussiert wird, genügt es, individuelle Lösungen in der Klasse vortragen zu lassen und direkt zu besprechen. Wenn es sich jedoch um komplexere individuelle Ausführungen handelt, bei denen – wie in Deutsch oder in den modernen Fremdsprachen – auch die Schriftsprache begutachtet werden soll, sollte die Hausaufgabe eingesammelt und schriftlich verbessert werden.

Korrektur bereitet auf Schulaufgaben vor

In manchen Fächern (z. B. in Deutsch) und Schularten ist verbindlich geregelt, wie viele schriftliche Hausaufgaben der gesamten Klasse die Fachlehrkräfte korrigieren müssen, bevor zu dem entsprechenden Thema ein angekündigter Leistungsnachweis durchgeführt wird. Erkundigen Sie sich bei Ihrer Fachbetreuerin oder Ihrem Fachbetreuer nach derartigen Festlegungen. Doch auch in Fächern oder Schularten, in denen solche Regelungen nicht existieren, sind Korrekturen individuell zu lösender Hausaufgaben förderlich.

Positive Korrektur fördert individuell

Dabei genügt es in der Regel nicht, Fehler anzustreichen, sondern Sie sollten auch je einen Verbesserungsvorschlag machen – dies nennt man „positiv korrigieren“. Wenn Sie bei der individuellen Korrektur viel verbessern müssen, empfiehlt es sich, die korrigierte Version noch einmal von der Schülerin oder dem Schüler überarbeiten zu lassen und diese Überarbeitung wiederum zu kontrollieren, um sicher zu gehen, dass die Verbesserungsvorschläge von den Lernenden bewusst wahrgenommen werden.

Einheitliche Kriterien anwenden

Achten Sie darauf, dass Sie bei der Korrektur der Hausaufgaben dieselben Kriterien  anwenden wie bei der Korrektur der Leistungsnachweise. Zuweilen erwarten  Lernende, dass Lehrkräfte ihnen fiktive Zensuren für die Hausaufgaben geben, weil sie sich davon eine Orientierung über ihren persönlichen Leistungsstand erhoffen. Viel entscheidender ist jedoch, dass die Lernenden anhand einer fundierten Korrektur und informativer Bemerkungen Aufschluss darüber bekommen, welche Anforderungen sie bereits erfüllen und in welchen Bereichen noch Übungsbedarf besteht.

Sorgfältige Korrektur erfordert viel Zeit

Eine sorgfältige Korrektur der Hausaufgaben bedeutet einen großen Zeitaufwand. Wenn nicht gewissenhaft korrigiert wird, ist die Hausaufgabenkontrolle wenig sinnvoll, weil die Schülerinnen und Schüler dann kaum Anregungen zur Verbesserung ihrer Leistung erhalten. Gerade in den unteren Jahrgangsstufen empfiehlt es sich bei der Gelegenheit auch, die Heftführung zu prüfen, damit (große) Versäumnisse ggf. rechtzeitig erkannt werden.   SW

Die Autorin Stephanie Weiser ist Gymnasiallehrerin für Deutsch, Französisch und Spanisch und war pädagogische Mitarbeiterin (für Deutsch und Fremdsprachen in der Abteilung für berufliche Schulen) im Bayerischen Kultusministerium. Zur Zeit arbeitet sie als Fachberaterin und Koordinatorin für Deutsch (für Argentinien und Paraguay) in Buenos Aires.

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