Unterricht

In der Wirkung groß, im Aufwand minimal – Kleintechniken im Unterricht

Kleintechniken, das sind kleine Helfer, die, wenn man sie richtig einsetzt, das Unterrichten erleichtern und so manche Stresssituation entschärfen. Wie dich die minimalen Kniffe und Tricks in fast jeder Stundenphase unterstützen, erfährst du in diesem Beitrag.
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Beginne den Unterricht zügig und zielstrebig. Finde eine fesselnde Anfangsmotivation, aber komm danach rasch zum Stundenthema. Langatmige Einführungen kosten Aufmerksamkeit.

Verlier dich nicht in Nebensächlichkeiten und vermeide umständliche Erklärungen. Biete den Schülern aber dennoch genügend Informationen, damit sie selbst Lösungen finden können.

Findet ein Lehrer-Schüler-Austausch statt, konzentriere dich auf eine präzise Ausdrucksweise. Vermeide Füllwörter bzw. grammatikalische Flüchtigkeitsfehler und verfalle nicht in einen Redeschwall. Deine Schüler brauchen Zeit und Ruhe, um das Gehörte aufzunehmen und zu verarbeiten.

Halte immer alle Schüler im Blick, damit du die Meldungen siehst und somit alle Schüler gleichberechtigt aufrufen kannst. Schweigsame oder schüchterne Schüler solltest du immer mal wieder freundlich aufmuntern und in das Unterrichtsgespräch einbeziehen. Lass deine Schüler ausreden, nimm ihre Beiträge ernst, dränge langsam sprechende Schüler nicht und hör dir mehrere Antworten zu einem Impuls an. Gib dich aber auch nicht zu schnell zufrieden, sondern bestehe auf zusammenhängende Beiträge, frage bei Unklarheiten nach und hebe Wichtiges hervor.

Formuliere klare Arbeitsanweisungen. Achte darauf, dass wirklich jeder zunächst zuhört und erst nach der Erläuterung mit der Bearbeitung beginnt. Sollte z. B. für Gruppenarbeiten Tische verschoben oder die Sitzordnung geändert werden müssen, erledige dies vorher. Stelle die benötigten Materialien, Medien, Hilfsmittel bereit, erkläre den Gebrauch und gib den Schülern ggf. Zeit, sich mit den Funktionen auseinanderzusetzen.

Stelle sicher, dass die Schüler wissen, was sie zu tun haben und dass sie Zeitangaben bzw. den zeitlichen Ablauf einzelner Arbeitsschritte kennen. Denke immer daran, Zeitreserven einzuplanen, um auf das individuelle Lerntempo reagieren zu können.

Halte Zwischen- oder Teilergebnisse fest. So erhält deine Stunde einerseits eine erkennbare Struktur, andererseits kannst du aber auch den Lernerfolg überprüfen, die Klasse neu motivieren oder deine Vorgehensweise korrigieren. Denke daran, Arbeitsanweisungen der Altersgruppe entsprechend kleinschrittig zu stellen, die einzelnen Schritte klar voneinander abzusetzen und Übergänge zu schaffen, um die Stunde klar zu strukturieren.

Fordere deine Schüler immer wieder auf, selber aktiv zu werden, ihre Ergebnisse zu präsentieren, ihren Lösungsweg vorzustellen oder ihre Frage an die gesamte Klasse zu richten. Abwechslungsreiche Arbeitsphasen sichern immer wieder aufs Neue die Aufmerksamkeit.

Bei komplexeren und länger dauernden Arbeitsphasen ist es oft hilfreich, den ersten Schritt gemeinsam zu gehen. So kannst du alle Schüler mit ins Boot holen, der manchmal schwere Einstieg ist gemacht und möglichen Verständnisschwierigkeiten oder Missverständnissen vorgebeugt.

Störe deine Klasse bei Stillarbeiten nicht. Gehe ruhig durch die Reihen, aber beachte auch, dass es nicht jeder Schüler mag, wenn man ihm über die Schulter schaut. Ermutige die Schüler, bei Unklarheiten nachzufragen, lass sie aber sonst ruhig und selbstständig arbeiten. Sprich mit Einzelnen im Flüsterton.

Lobe deine Schüler für ihre Lernerfolge und erkenne auch kleine Fortschritte an. Setze erreichbare Zwischenziele und ermutige die Klasse, sich an anspruchsvollere Aufgaben heranzutrauen oder Misserfolge zu korrigieren. Fehler sind Lernschritte, die du natürlich zur Kenntnis nimmst, sie aber als Anlass zu weiterem Engagement vonseiten der Schüler kommunizierst.

Für ein vorteilhaftes Lernklima muss auch das Raumklima stimmen. Sorge für genügend Sauerstoffzufuhr, achte auf eine angenehme Temperatur und auf ausreichendes, blendfreies Licht. Die Schüler sollen bequem sitzen und schreiben können und gut zur Tafel sehen. Und sie sollen sich zwischendurch immer mal wieder bewegen können – halte also auch Zwischenpausen ein bzw. beende deinen Unterricht pünktlich.

Fass am Ende der Stunde die wichtigsten Inhalte zusammen und setze einen einprägsamen Schlusspunkt. So motivierst du die Schüler zur Weiterarbeit.

Die Autorin Patricia Mayer unterrichtet seit mehreren Jahren Deutsch und Geschichte. Sie war Mitarbeiterin an einem Forschungsprojekt über mittelalterliche Handschriften im Bereich „Deutsche Sprache und Literatur des Mittelalters“ an der Universität Augsburg.

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