Unterricht

Lernziele formulieren – Lernzuwachs sichern

So stellst du sicher, dass deine Schülerinnen und Schüler am Ball bleiben -  Um den Lernzuwachs deiner Schüler zu sichern, formulierst du vor jeder Unterrichtsstunde und auch für deine ganzen Einheiten Lernziele. Dies gehört nicht unbedingt zu den beliebtesten Tätigkeiten im Referendariat. Doch – gewusst wie – lässt sich dies effektiv durchführen und hilft maßgeblich dabei, deinen Unterricht nachhaltig zu gestalten.
Fotolia 206481638 XS Copyright (C) Andrey Popov ©Andrey Popov - st

Lernziele

Jank und Mehr stellten bereits 1991 in ihrem Werk „Didaktische Modelle“ fest: „Unterricht ohne Ziele ist überhaupt nicht denkbar.“ Im weiten Sinn definieren sie ein Lernziel als „die sprachlich artikulierte Vorstellung von der durch Unterricht (oder andere Lehrveranstaltungen) zu bewirkenden gewünschten Verhaltensdispositionen eines Lernenden.“ (ebd.). Mithilfe der Lernziele soll der Unterricht also bei den offenbar Schülern messbar etwas verändern.

Eingeteilt werden Lernziele in:

  • kognitive Lernziele
  • affektive Lernziele 
  • psychomotorische Lernziele

Formulieren kognitiver Lernziele

Diese Form von Lernzielen bezieht sich auf das, was deine Schülerinnen und Schüler wissen, kennen und verstehen. Du formulierst zunächst also, was sie in diesen Bereichen erreichen sollen – und wie.

Beginne am besten damit, die folgenden Anfänge zu verwenden: Die Schüler können/sind in der Lage …

Kognitive Lernziele werden beispielsweise mit den folgenden Verben formuliert: aufzählen, ausdrücken, analysieren, benennen, berichten, beschreiben, bestimmen, einordnen, erzählen, gegenüberstellen, sortieren, vergleichen

Im zweiten Schritt verdeutlichst du, was sie tun, um das vorhergegangene Ziel zu erreichen.

…, indem sie ... zum Beispiel: bestimmen, darlegen, entwickeln, erklären, formulieren, koordinieren, interpretieren, übersetzen

Affektive Lernziele formulieren

Affektive Lernziele stellen dar, welche Veränderungen sich in den Bereichen der Gefühle, Einstellungen und Werte ergeben sollen. Die Schwierigkeit hierbei ist, dass affektive Lernziele kaum messbar sein werden. Auch hier formulierst du das Ziel und konkretisierst es.

Die Schülerinnen und Schüler sollen sich in die Rolle xy einfühlen, indem sie ein Rollenspiel aufführen.

Formulieren psychomotorischer Lernziele

Hierbei geht es um die Lernziele, die sich auf die Bereiche des Könnens, des Tuns und Handelns der Schüler beziehen. Beschreibe hier genau, was sie erledigen sollen, beispielsweise einen Versuch durchführen ...

Lernziele Chancen – aber auch Gefahren

Mithilfe der präzise formulierten Lernziele kannst du deinen Unterricht strukturieren und die Ergebnisse gezielt überprüfen. Dies hilft dir, weitere Unterrichtsstunden zu planen und deinen Unterricht noch genauer zu differenzieren und auf deine Lerngruppe zuzuschneiden. Doch birgt eine allzu starke Orientierung an Lernzielen auch Risiken. Fokussiert sich eine Lehrkraft zu sehr auf die Lernziele, so kann dies auch blockieren und jegliche Spontaneität hemmen.

Das Formulieren der Lernziele ist also wichtiger Bestandteil für die Effektivität deines Unterrichts – und es hilft dir dabei, diesen gezielt zu evaluieren. Achte jedoch im Alltag darauf, authentisch zu bleiben – und von Fall zu Fall ein Abweichen zuzulassen, wenn es nötig ist.

Alexandra von Plüskow-Kaminski arbeitet seit 1998 als Grundschullehrerin im Landkreis Lüneburg. Sie ist derzeit vom Land Niedersachsen als Bildungskoordinatorin der Bildungslandschaft Heidekreis in die Stabsstelle Schulverwaltung, Bildung und ÖPNV in Soltau abgeordnet. Die zweifache Mutter verfasst als Fachjournalistin Texte und Materialien für verschiedene Verlage und Magazine.

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren: