Unterricht

Smartphones und Tablets im Unterricht

Aus dem Alltag unserer Schüler sind Smartphones nicht mehr wegzudenken. Laut Statista besitzen fast 80 % der Kinder und Jugendlichen in Deutschland ein internetfähiges Smartphone. Obwohl zzt. an vielen Schulen in Deutschland ein generelles Handyverbot herrscht, mehren sich die Stimmen, die von der Schule fordern, ihren Schülern den verantwortungsvollen Umgang mit digitalen Medien und Smartphones beizubringen und so die Medienkompetenz der  Kinder und Jugendlichen zu fördern.
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Faszination Smartphone und Tablet

Den Einsatz funktionierender und unkomplizierter Medientechnik wünschen sich sehr häufig nicht nur Schüler, sondern auch Lehrerinnen und Lehrer. Insbesondere Smartphones und Tablets sind im Unterrichtsgeschehen sofort und dank langer Akkulaufzeit nahezu jederzeit einsetzbar. Und es existieren bereits zahlreiche Apps, die das Lernen interaktiver und abwechslungsreicher machen. Fast alle Schüler erleben es als Privileg, wenn die schuleigenen Tablets in einer ihrer Unterrichtsstunden zum Einsatz kommen oder sie eine iPad-Klasse besuchen. In der Regel gehen die Schüler mit den ihnen zur Verfügung gestellten Geräten sehr sorgfältig um, ihr Verantwortungsbewusstsein steigt. Die Verwendung digitaler Endgeräte motiviert sie.

Vor- und Nachteile

Nicht nur Schüler, auch Bildungsexperten wie Bundesbildungsministerin Johanna Wanka sind sich einig: Smartphones und Tablets bieten enormes Potenzial für den Einsatz im Unterricht. Sie ermöglichen es, das Lernen zu individualisieren und an den jeweiligen Lernstand des Lernenden anzupassen. Die selbstständige Wissensaneignung wird gefördert und unterstützt. Weiterhin ermöglichen digitale Endgeräte, im Unterricht tagesaktuell zu recherchieren, und die Schüler lernen, Quellen adäquat und sicher einzuschätzen und die digitalen Medien sinnvoll und zielgerichtet einzusetzen.

Dennoch gibt es auch Aspekte, die gegen den Einsatz von Smartphones und Tablets sprechen. So fürchten Kritiker, dass langfristig Aufmerksamkeit und Konzentrationsfähigkeit der Jugendlichen leiden und die Kommunikation der Schüler untereinander im Klassenzimmer abnimmt.

Sinnvoll ist sicher auch, dass die Schule den Lernenden Geräte zur Verfügung stellt, um zu vermeiden, dass Schüler, die kein eigenes Smartphone/Tablet oder keines der gerade „angesagten“ Marke besitzen, benachteiligt werden. Aufgabe der Schule ist weiterhin, dafür Sorge zu tragen, dass die Regelungen des Datenschutzes beachtet werden. Einige Bundesländer, wie z. B. Bayern, stellen den Schulen dafür eigene Lernplattformen wie Mebis (https://www.mebis.bayern.de) zur sicheren Nutzung zur Verfügung.

Überlegungen zum Einsatz im Unterricht

  • Geht es beim Einsatz des digitalen Geräts oder der verwendeten App um das bloße Wiederholen von Inhalten oder auch um das Erlernen des Umgangs mit Bordmitteln wie Kamera, Notizprogrammen von Tablets und somit um einen mittelfristigen Nutzen?
  • Weist die App, die Aufgabenstellung unterschiedliche Schwierigkeitsgrade und mehrere Lernmodalitäten auf?
  • Gewährleistet das verwendete Programm Rückmeldungen?
  • Ist das Programm, die App ansprechend gestaltet und ist sie intuitiv bedienbar?

Einsatzmöglichkeiten

Berücksichtigt man diese Überlegungen, bieten sich sehr viele Einsatzmöglichkeiten von Smartphones/Tablets und der verschiedenen Apps für einen handlungs- und schülerorientierten Unterricht. So verfügt jedes Tablet, jedes Smartphones über Kamera und Mikrofon, mit der die Schüler Foto- und Filmprojekte realisieren können, was insbesondere im Fremdsprachenunterricht von Vorteil ist, um die Sprechzeit zu maximieren. Für Präsentationen und die damit verbundene Recherchearbeit können die neuen Medien ebenfalls verwendet werden. Oft lassen sich einzelne Geräte mit dem Whiteboard oder dem Beamer im Klassenzimmer verbinden und so die einzelnen Schülerprodukte für alle sichtbar machen.

Und nicht zuletzt kannst du das Tablet zur effektiven Unterrichtsorganisation und zum unkomplizierten Klassenmanagement nutzen. 

 

Zu dem Thema Digitalen Medien im Unterricht bietet auch die SchiLfAkademie ein ganz hervorragendes Inhouse-Seminar an. Mehr Informationen findest du unter: www.schilf-akademie.de/seminare/unterrichten-foerdern-beurteilen/mit-digitalen-medien-lernprozesse-im-unterricht-unterstuetzen.html

 

 

Juliane Stubenrauch-Böhme, München, ist Lehrerin für die Fächer Deutsch, Französisch und Spanisch; Stellvertretende Schulleiterin am Oskar-Maria-Graf-Gymnasium Neufahrn bei Freising; Verfasserin von Unterrichtshilfen und Artikeln für verschiedene Verlage und Magazine.

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