Unterricht

Außerschulische Lernorte – Chancen für den individuellen Lernprozess

Sie bieten außergewöhnliche Perspektiven: außerschulische Lernorte. Nicht nur aus diesem Grund legen die Schulgesetze jedes einzelnen Bundeslandes das Lernen außerhalb der Schule fest. Das heißt, dass sich Schülerinnen und Schüler gemeinsam mit ihren Lehrkräften sporadisch auf den Weg begeben, um andernorts wichtige Erfahrungen zu sammeln. Worauf es dabei ankommt, vermittelt der folgende Beitrag.
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Außerschulische Lernorte

Gewiss ist es auch an Ihrer Ausbildungsschule üblich, von Zeit zu Zeit die Schule zu verlassen, um an sog. „außerschulischen Lernorten“ wichtige Erfahrungen und neue Eindrücke zu sammeln. Diese Orte können in der Nähe liegen, für manche Lernerlebnisse muss man sich aber auch auf den Weg machen – zu Fuß oder mit Verkehrsmitteln, z. B. wenn Sie ein Museum, einen Bauernhof, einen Betrieb o. Ä. besuchen möchten.

Voraussetzung für das Lernen an außerschulischen Lernorten ist die Aufgeschlossenheit der Schule, Experten oder auch Eltern zu Wort kommen zu lassen – sprich, außerschulische Kompetenzen anzunehmen und diese für das eigene schulische Leben und Lernen zu nutzen.

Gut geplant

Zu Beginn eines Halbjahres sollten Sie sich gemeinsam mit Ihrem Fachkollegium über ihren Stoffverteilungsplan Gedanken machen und überlegen, wo Sie außerschulische Kompetenzen einbeziehen könnten. Optimalerweise sollte dies im Dialog mit ihren Schülern und deren Eltern geschehen.

Sind mögliche Gelegenheiten gefunden, sollte rechtzeitig geklärt werden, ob ein Besuch dort machbar ist. Dieser Ausflug sollte sinnvollerweise in Verbindung mit der jeweiligen Unterrichtseinheit stehen.

Erfragen Sie bei der betreffenden Klassenlehrkraft, ob ein solcher Besuch auch in deren Konzept passt. Klären Sie ferner ab, was organisatorisch erforderlich ist: Brauchen Sie etwa eine Begleitperson, werden öffentliche Verkehrsmittel benutzt etc.? Sprechen Sie außerdem mit Ihrer Schulleitung und stellen Sie ggf. einen Antrag, den Ausflug durchführen zu dürfen. Überprüfen Sie außerdem, wie Sie und Ihre Schülerinnen und Schüler sowie die Begleitpersonen versichert sind. Grundsätzlich greift bei Schulausflügen die gesetzliche Unfallversicherung – besprechen Sie zuvor mit Ihrer Schulleitung, in welchen Fällen dies nicht zutrifft. Befassen Sie sich außerdem mit Fragen zu Aufsichtspflicht und Haftpflicht. Auch hierzu wird Ihre Schulleitung Ihnen Auskunft geben.

Vorbereitung, Durchführung, Nachbereitung

Bereiten Sie gemeinsam mit Ihren Schülerinnen und Schülern den Unterrichtsgang gut vor. Durch Notieren von Fragen an den Experten oder die Expertin und Sammeln und Sichten von Informationsmaterial aktivieren diese ihr Vorwissen. Auch in die Planung des Ausflugs sollten diese einbezogen werden. Besprechen Sie im Plenum, wie der außerschulische Lernort erreicht wird und was alles ins Gepäck gehört.

Während des Besuchs am außerschulischen Lernort sammeln die Schülerinnen und Schüler wichtige Erfahrungen, indem sie vom Ansprechpartner vor Ort interessante Dinge zu den Lerninhalten erfahren. Sie können diese direkt hierzu befragen und das Thema unter neuen Aspekten beleuchten. Ihre Kompetenzen können sie am Objekt direkt erweitern. Hierbei ergeben sich weitergehende Fragen, die für den Unterricht relevant sind.

Würdigen Sie abschließend in der Schule die gesammelten Erfahrungen durch einen gemeinsamen Austausch, etwa im Stuhlkreis oder aber in Einzel- oder Gruppenarbeit, z. B. in Form von Referaten zu bestimmten Aspekten des Themenkreises oder der Gestaltung einer Wandzeitung. Diese kann durch Fotos und persönliche Texte erweitert und zu einer Ausstellung für die gesamte Schule entwickelt werden.

Außerschulische Lernorte als besondere Chance

In der heutigen Zeit sind außerschulische Lernorte von besonderer Bedeutung. Durch die außergewöhnlichen Erlebnisse ergibt sich auch für Kinder, die etwa wenig mit der Natur in Berührung kommen, die Gelegenheit, auf längere Sicht von den Ausflügen zu profitieren, indem sie etwa Parks und Wälder auch weiterhin besuchen.

Nicht zu unterschätzen ist darüber hinaus die Wirkung auf das soziale Miteinander in der Lerngruppe. Während der Ausflüge zu außerschulischen Lernorten werden besondere Erlebnisse geschaffen, die eine Klasse dauerhaft prägen und sich positiv auf das soziale Miteinander auswirken können.

Alexandra von Plüskow ist Grund-, Haupt- und Realschullehrerin. Als solche sowie als Fachberaterin für das Fremdsprachenlernen in der Grundschule war sie an der Landesschulbehörde tätig. Derzeit arbeitet die zweifache Mutter als freie Fachjournalistin für verschiedene pädagogische Verlage sowie als Lehrbeauftragte.

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