Unterricht

Brainstorming & Mindmaps

Sucht man nach dem Begriff „Brainstorming“ im Internet, so stößt man unter anderem auf so lustige Übersetzungen wie „Kopfsalat“ (Hilbert Meyer). Damit die durch das Brainstorming gesammelten Ideen im Kopf kein kunterbuntes Allerlei bleiben, gibt es zusätzlich die Technik der Mindmap, die Ordnung schafft. Wie die beiden Methoden funktionieren und im Unterricht von Nutzen sein können, das liest du hier.
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Brainstorming ist eine Methode zur Ideenfindung, die du in nahezu jeder Unterrichtsphase einsetzen kannst. Der große Vorteil liegt in der völlig freien Entfaltung der Gedanken, ohne schon vorher Kategorien festzulegen. Geordnet wird später.

  • Stelle zu Beginn einer völlig neuen Unterrichtssequenz eine Frage oder auch nur einen Begriff in den Raum und fordere die Schüler auf, alles, was ihnen dazu einfällt, zu nennen oder aber in ihr Heft, auf einzelne Karteikarten oder auf ein Plakat zu schreiben.
  • Ebenso kannst du neue, weiterführende Aspekte eines derzeit relevanten Unterrichtsstoffs durch Brainstorming eruieren.
  • Auch am Ende einer Sequenz kann ein Brainstorming noch einmal alle besprochenen Gesichtspunkte zusammenfassen – und vielleicht schon zum nächsten Thema überleiten.

Besonders effektiv ist es, wenn du für die Ideenfindung einen begrenzten Zeitrahmen vorgibst und ausdrücklich darauf hinweist, dass jeder Gedanke, der nur im entferntesten Sinn etwas mit dem Thema zu tun hat, erlaubt ist. So hat die Methode einen sehr spontanen Charakter, und die Schüler inspirieren sich im besten Fall gegenseitig. Weise darauf hin, dass Kritik oder anderweitige Bewertung der Aussagen in dieser Phase unerwünscht sind und auch sehr kühne und fantasievolle Ideen von Bedeutung sein können.

Wenn du Bedenken hast, ob deine Klasse dieser Gruppendynamik gewachsen ist und ob es vielleicht gerade zum umgekehrten Effekt kommen könnte, also zur negativen Beeinflussung der kreativen Ideenfindung, dann lass die Schüler ihre Gedanken in Stillarbeit aufschreiben und im Anschluss vortragen.

Die durch das Brainstorming gefundenen Ideen sollen die Schüler dann mithilfe einer Mindmap sortieren und kategorisieren. Durch die Gedankenlandkarte, auf der von einem in der Mitte stehenden Begriff viele Assoziationen als Äste und Verzweigungen weiterführen, werden Zusammenhänge visualisiert und Inhalte durch zusätzliche Anmerkungen und Bilder erläutert. Folgende Regeln helfen deinen Schülern:

  • Jede Mindmap hat ihren eigenen Stil, geprägt von ihrem Verfasser. Es gelten keine ästhetischen Regeln, und es gibt kein festgeschriebenes Schema.
  • Das Papierformat sollte mindestens DIN A4 sein, Papier ohne Linien oder Kästchen erleichtert das Anlegen einer eigenen Struktur.
  • Zum gemeinsamen Erstellen eignen sich Plakate oder die Rückseite von Postern. So können die Gedanken auch konserviert werden und fallen nicht – wie bei der Tafel – am Ende der Stunde dem Schwamm zum Opfer.
  • Achte darauf, dass das Blatt beim Beschriften nicht gedreht wird. Äste, die später auf dem Kopf stehen, kann man nur schwer lesen.
  • Farben sind ausdrücklich erwünscht!
  • Durch die Stärke der Zweige, Hervorhebungen, Symbole, Umrandungen etc. soll die Bedeutung von Schlüsselwörtern betont werden.
  • Unser Gehirn merkt sich Begriffe leichter, wenn sie mit Bildern verknüpft sind. Also ermuntere deine Schüler, kleine Zeichnungen, Symbole, Pfeile o. Ä. einzufügen.
  • Pfeile können ebenfalls dazu dienen, Gedanken nachträglich einzuordnen. So bleibt die Mindmap ein dynamisches Produkt, das immer weiter wachsen kann.
  • Die Äste können – ggf.  auch später noch – nummeriert werden, um die Relevanz der Ideen im Zusammenhang zum zentralen Aspekt zu verdeutlichen.

Die Gedankenlandkarte kann übrigens auch eine prima Lernhilfe sein. Zeige deinen Schülern doch auch die Möglichkeiten auf, wie Mindmaps helfen können,

  • einen Überblick über ein Lernthema zu bekommen,
  • die verschiedenen Unterbereiche zu gewichten,
  • die eigenen Wissenslücken zu finden, komplexe Themen aufzuschlüsseln und auf das Wesentliche zu reduzieren,
  • durch Spaß am kreativen, bunten, assoziativen Gestalten den Lernstoff „nebenbei“ zu wiederholen.

Die Autorin Patricia Mayer unterrichtet seit mehreren Jahren Deutsch und Geschichte. Sie war Mitarbeiterin an einem Forschungsprojekt über mittelalterliche Handschriften im Bereich „Deutsche Sprache und Literatur des Mittelalters“ an der Universität Augsburg.

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