Unterricht

Schüleraktivierende Unterrichtsformen

Auch wenn der lehrerzentrierte Frontalunterricht seine Vorteile hat und beispielsweise schwächeren Schülern gerecht werden kann, ist es wichtig, ein breites Repertoire an abwechslungsreichen Unterrichtsmethoden parat zu haben. Dies ist Ihr Berufskapital und Voraussetzung für einen spannenden Unterricht, der die Schüler aktiviert und unmittelbar ins Unterrichtsgeschehen einbindet.
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Schüleraktivierende Unterrichtsformen bieten aber noch weitere Vorteile: In den Arbeitsphasen können Sie beobachten und individuelle und differenzierte Hilfestellungen anbieten und sparen eigene Kräfte durch die Selbsttätigkeit der Schüler. Zudem bringen Sie Ihren Schülern neben den kognitiven Inhalten Schlüsselkompetenzen bei, die für ihre berufliche Zukunft äußerst wichtig sind: Planung, Reflexion, Durchführung und erfolgreicher Abschluss von komplexen Aufgaben sind einige davon.

Voraussetzung dafür ist eine erfolgreiche Einführung der jeweiligen schüleraktivierenden Methode, denn nur wenn die Schüler wissen, was von ihnen erwartet wird und was sie tun müssen, machen sie sich motiviert ans Werk. Hierzu gehören eine genaue Erläuterung im Vorfeld, regelmäßiger Einsatz und auch die Kontrolle der Arbeitsweise, damit die Relevanz erkannt wird. Im Folgenden werden einige schüleraktivierende Unterrichtsformen vorgestellt.

Einführung in ein Thema/in eine Unterrichtsstunde

Die Bedeutung des Stunden- oder Themeneinstiegs darf nicht unterschätzt werden: Gelingt es Ihnen gleich zu Beginn, die Neugier der Schüler zu wecken, haben sie die Klasse „auf Ihrer Seite“ und können auch trockene Inhalte „schmackhaft“ machen.

Rätselhaftes und Seltsames

Konstruieren Sie einen Widerspruch, beispielsweise durch die Tatsache, dass den Schülern ein wichtiger Bauteil zum Verständnis fehlt. Sie nutzen diese Wissenslücke aus und regen die Schüler so zum Nachdenken an.

Im selben Zusammenhang steht die Verrätselung eines Inhalts. So können Sie spielerische Elemente mit Forscherdrang verknüpfen und die Schüler anregen, mithilfe ihres schon angeeigneten Wissens einem Phänomen auf die Spur zu kommen.

Gegenstände

Zu nahezu jedem Thema gibt es Gegenstände, die Sie mitbringen und vorzeigen können. Überlegen Sie im Vorfeld, ob die Dinge nur vorgestellt oder auch herumgegeben und untersucht werden sollen. Vielleicht sollen sie von den Schülern beschrieben, gezeichnet oder auch nachgebaut werden. In jedem Fall wecken Sie konkrete Assoziationen – für eine kurze Aufmerksamkeitsphase oder für die Beschäftigung über einen längeren Zeitraum.

Präsentation von Unterrichtsergebnissen

Eine heutzutage hochgeschätzte Schlüsselqualifikation ist das Präsentieren von Arbeitsergebnissen. Als Unterrichtsmethode eingesetzt – beispielsweise nach einer Gruppenarbeitsphase – hält sie die Lernenden an, selbst aktiv zu werden und die erarbeiteten Informationen anzuwenden, bereitet sie aber auch auf Studium und Beruf vor. Mithilfe einiger Tipps profitieren alle Beteiligten von solch einer Schülerpräsentation:

  • Geben Sie klare Regeln bezüglich Dauer, Umfang, Medieneinsatz, Ablauf vor.
  • Erläutern Sie konkret, was Sie bezüglich der Visualisierung erwarten, und unterstützen Sie die Schüler ggf. mit Material.
  • Geben Sie den Schülern die Gelegenheit zur Übung, um Nervosität abzubauen und eine engagierte Vortragsweise zu erarbeiten.
  • Nehmen Sie abschließend höchstens drei Kritikpunkte heraus und vergessen Sie nicht zu loben.

Lernen durch Lehren – Schüler unterrichten Schüler

Um sich selbst aus dem Fokus zu nehmen, Sozialkompetenz zu vermitteln und die Klasse zur aktiven Mitarbeit und Übernahme von Verantwortung anzuregen, gibt es die Möglichkeit, die Schüler den Unterricht gestalten zu lassen. Der Lernstoff wird zunächst (in Gruppen) erarbeitet und dann in einem Teil oder einer ganzen Unterrichtsstunde vorgestellt. Auch hier gilt es, schon im Vorfeld einige Regeln zu beachten und die Methode sorgfältig einzuführen:

  • Die Schüler müssen mit den einzelnen Phasen einer Unterrichtsstunde (Einstieg, Erarbeitung, Vertiefung, Sicherung) vertraut sein.
  • Hilfreich ist ein vorbereiteter Ablaufplan, der den Schülern die Stundenstruktur verdeutlicht.
  • Stellen Sie mögliche Unterrichtsmethoden vor und besprechen Sie die Vor- und Nachteile.
  • Sollen Arbeitsaufträge gestellt werden, ist es sinnvoll, den unterrichtenden Schülern Lösungen zur Kontrolle zur Verfügung zu stellen.

Die Autorin Patricia Mayer unterrichtet seit mehreren Jahren Deutsch und Geschichte. Sie war Mitarbeiterin an einem Forschungsprojekt über mittelalterliche Handschriften im Bereich „Deutsche Sprache und Literatur des Mittelalters“ an der Universität Augsburg. Frau Mayer befindet sich seit Mitte 2014 im Mutterschutz mit anschließender Elternzeit.

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