Unterricht

Soft Skills – zusammen sind wir stark

Soft Skills werden heute mehr und mehr auf dem Arbeitsmarkt und in unserer Gesellschaft gefordert. Je eher die Grundlagen dafür gelegt werden, desto besser. Und hier ist nicht zuletzt die Schule in Zugzwang.
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Es gibt zum einen die Soft Skills, die die eigene Persönlichkeit stärken, und zum anderen jene, die die Wertschätzung und Akzeptanz anderer Personen zum Ausdruck bringen. Nur wenn diese beiden Arten gut ausgeprägt sind und über weite Strecken zur Anwendung kommen, können weitere Skills hinzugefügt werden, die besonders die Zusammenarbeit unterstützen.

Motivation

Allem voran steht die Motivation. Das ist einmal die Eigenmotivation, aber genauso auch die Möglichkeit, andere zu motivieren bzw. sich von anderen motivieren zu lassen. Und da kommen Sie als Referendar ins Spiel. Es geht hier nicht nur um Ihre Fachkompetenz, sondern es muss Ihnen auch gelingen, Ihre Begeisterung auf Ihre Schüler zu übertragen. Nicht das (Schul)Buchwissen steht hier im Focus, sondern darüber hinaus Fragen und Aspekte. Dabei sollten Sie als Lehrkraft keine Angst vor Schülerfragen haben, die Sie vielleicht nicht beantworten können. Freuen Sie sich über das Interesse Ihrer Schüler am Thema und zeigen Sie ihnen, wie und wo man Antworten finden kann. Denn: Motivation überträgt sich genauso wie Langeweile. Daher sollten Sie den Unterricht immer wieder neu vorbereiten und interessant gestalten.

Kooperation

Zusammenarbeit zulassen, gemeinsam voneinander lernen und auf die Ergebnisse der anderen zurückgreifen, das sind wichtige Fähigkeiten, die im Unterricht erlernt werden können. Auch Schüler können Teile der Unterrichtsvorbereitung übernehmen und im Folgenden den anderen Schülern darstellen.

Kooperationen können aber auch mit außerschulischen Institutionen stattfinden, ebenso wie die Einbindung der Eltern im Zuge der Bildungspartnerschaft eine gute Kooperation darstellen kann. Erfahren Ihre Schüler, dass dies funktioniert, werden sie zum einen davon profitieren und zum anderen die Kompetenz der Kooperation übernehmen wollen.

Teamfähigkeit

Sobald aus der Kooperation nicht nur eine sporadische Zusammenarbeit, sondern eine echte Teambildung entsteht, können die Schüler weitere Kompetenzen erfahren. In einem Team arbeitet nämlich nicht nur ein Einzelner, sondern mehrere Personen arbeiten erfolgreich zusammen. Jeder bringt sich in die Teamarbeit so gut ein, wie es geht. Und im Team wird auch akzeptiert, dass jeder andere Stärken und Schwächen hat.

Teamfähigkeit bedeutet ebenso, sich als Gruppenleiter einzubringen, sich unterordnen zu können und das in verschiedenen Teams in verschiedenen Positionen.

Konfliktfähigkeit

Im Zusammenleben von Menschen entstehen Probleme und Konflikte. Eine Kompetenz, die Schüler unbedingt haben sollten, ist es nicht, Probleme zu umgehen oder Konflikte zu vermeiden, sondern sie angemessen zu lösen. Dabei ist es wichtig, eigene Lösungsansätze in angemessener Form einzubringen und gleichzeitig in der Lage zu sein, anderen zuzuhören und evtl. auch andere Argumente zu akzeptieren, um schließlich einer Lösung zuzustimmen, mit der sich alle einverstanden erklären können.

Das sollte schon im Unterricht geprobt werden, darf aber nicht in endlose Diskussionen ausarten. Zudem sollte es sich um echte Probleme handeln, die in einer angemessenen Zeit gelöst werden können. Klappt das nicht, muss die Angelegenheit ggf. vertagt werden, bis die Gruppe bereit ist, eine Lösung zu finden.

Soziale Interaktion

Letztendlich funktioniert das alles nur durch eine gemeinsame und gute soziale Interaktion. Man muss miteinander kommunizieren. Dazu gehört das eigenständige Formulieren der eigenen Anliegen genauso wie das Zuhören, wenn eine andere Person redet.

Gleichzeitig sind es auch Gestik und Mimik, die dem anderen zeigen, wie man sich gerade fühlt. Sie zeigen Anerkennung, aber auch Ablehnung.

Es ist wichtig, Ihren Schülern beizubringen, ihren Partnern – egal ob in Schule, im privaten Umfeld oder auch später im Beruf – mit Achtung zu begegnen. Letztlich sollte jeder so handeln, wie er selbst behandelt werden möchte.

Auf den Lehrer kommt es an

Bei all dem stehen immer Sie als Lehrkraft im Vordergrund, als jemand, der zwar auf die Einhaltung gewisser Regeln Wert legt, aber dennoch andere Meinungen und Eigenarten zulässt.

Vorleben und Vormachen sind an dieser Stelle enorm wichtig. So unterstützen Sie Ihre Schüler in dem Prozess, die eigene Persönlichkeit auszubilden. 

Manon Sander hat als Lehrerin an Grund-, Haupt- und Realschulen unterrichtet. Sie ist Lehrbeauftragte an der Universität in Bielefeld und betreut dort die Lehramtsstudierenden im Praktikum. Frau Sander ist außerdem akademische Mitarbeiterin am Institut für Unterrichtsentwicklung an der Pädagogischen Hochschule. Die Mutter von sechs Kindern ist als Autorin für verschiedene Verlage und Magazine tätig.

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