Unterricht

Umwelterziehung fängt im Kleinen an

Umwelterziehung ist ein Thema, das du in jedem Unterricht im Blick haben solltest. Du kannst es immer wieder aufgreifen und einfließen lassen. Es ist ganz wichtig, dass Umwelterziehung nicht als einzelne und abgeschlossene Einheit angesehen wird, sondern dich und deine Schüler immer wieder begleitet. Manche Dinge musst du nur anstoßen, andere musst du begleiten und bei einigen ist es deine Initiative, die es am Leben hält. Im Folgenden ein paar Anregungen und Ideen für deinen Unterricht.
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Wasser anbieten

Viele Getränkeverpackungen müssen nicht sein, schon gar nicht die Einwegverpackungen. Biete (mithilfe der Eltern) eine Getränkeversorgung in der Klasse an: Wasser entweder aus Glasflaschen oder aus dem Wasserhahn (evtl. mit Filter reinigen). Zum Trinken können die Schüler eigene Becher nutzen.

Papier sparen

Unterrichtsmaterialien sind aus Papier. Das wird auch trotz zunehmender Digitalisierung so bleiben. Dennoch kannst du die Kinder dazu anhalten, weniger bzw. recyceltes Papier zu nutzen. Hefte (auch vom Vorjahr) können für Übungen, zum Ausprobieren oder als Schmierzettel weiter gebraucht werden.

Überlege dir vor jeder Kopie, ob sie tatsächlich nötig ist. Speichere die Arbeitsblätter digital, was du wahrscheinlich sowieso tust.

Müll sortieren

Das sollte eigentlich inzwischen selbstverständlich sein. Vergegenwärtige dir mit deiner Klasse, wie der Müll wirklich getrennt werden muss. Was muss gereinigt werden? Wo ist Reinigen unsinnig? Welche Materialien sollten besser voneinander getrennt werden? Aber es geht noch weiter: Metall kann extra gesammelt, Druckerpatronen können recycelt werden und die Schulen bekommen Belohnungen dafür. Mit wenig Aufwand könnt ihr da eine Menge erreichen.

Wasser sparen

Das mit dem Wassersparen ist so eine Sache. In Deutschland herrscht kein Wassermangel, im Gegenteil: Es gibt eher ein Problem, wenn zu wenig Wasser in die Kanalisation wandert, denn dann kann diese in den Sommermonaten austrocknen, und das führt zu weiteren Problemen. Aber Trinkwasser sollte nicht verschwendet werden, denn das kostet in der Aufbereitung viel Geld. Darum ist es sinnvoll, Blumen mit Regenwasser zu gießen. Bei Um- und Neubauten kann auch über einen Brauchwassertank nachgedacht werden.

Weniger Plastik nutzen

Plastik ist ein tolles Material, und es ist aus unserem Leben kaum noch wegzudenken – doch solltest du mit deinen Schülern einmal darüber nachdenken, wo man es eigentlich nicht braucht. Einmalverpackungen können reduziert werden.

Raumklima verbessern

Im Sommer ist das oft kein Problem. Draußen ist es warm, und die Fenster können geöffnet werden. Doch im Winter ist es in den Klassenräumen stickig, und wenn du das Fenster öffnen willst, dann kommen gleich Proteste. Wichtig ist hier das Stoßlüften. Am besten in den Pausen oder zu Beginn des Unterrichts. Fenster und Türen werden kurz geöffnet. Nach dem Unterricht wird die Heizung niedriger gestellt.

Strom sparen

Nicht genutzte Geräte/überflüssige Lampen immer ausschalten. (Achtung, bei Kopierern bitte den Einschaltstrom berechnen, der liegt oft über einem Tagesverbrauch (!) des Standbymodus.)

Schulweg ohne Auto

Morgens vor der Schule sind viele Eltern zu sehen, die die Kinder mit dem Auto bringen. Viele Familien meinen, das nicht anders lösen zu können. Doch wenn die Kinder dies mittragen, so ist eine Umsetzung eventuell sogar erfolgreich.

Flächen entsiegeln/Gärten anlegen

Viele Schulhöfe sind betoniert. Wasser fließt so nur punktuell, dort aber in Mengen, ins Erdreich. Abhilfe schaffen z. B. Grünflächen oder durchbrochene Flächen. Hier sind Elternbeiräte/Schulvereine gute Ansprechpartner. Auch über einen Schulgarten kann in diesem Zuge nachgedacht werden.

Flohmarkt organisieren

Gebraucht, aber nicht verbraucht. Unter diesem Motto können Flohmärkte gestartet werden. Kleidung – gerade von jüngeren Kindern –, Schulbücher, Lernmaterialien, Spielzeuge usw. können oft weiterverwendet werden. Das schont die Umwelt, macht Spaß und spart für alle jede Menge Geld!

Dies alles sind nur wenige Aktionen, mit denen Umweltschutz ohne Einschränkungen und sogar mit einem Mehrwert in der Schule durchgesetzt werden kann.

Manon Sander hat als Lehrerin an Grund-, Haupt- und Realschulen unterrichtet. Sie ist Lehrbeauftragte an der Universität in Bielefeld und betreut dort die Lehramtsstudierenden im Praktikum. Frau Sander ist außerdem akademische Mitarbeiterin am Institut für Unterrichtsentwicklung an der Pädagogischen Hochschule. Die Mutter von sechs Kindern ist als Autorin für verschiedene Verlage und Magazine tätig.

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