Unterricht

Zeitmanagement im Referendariat

Sie starten ins Referendariat oder sind mitten drin? Dann gilt es, sich die Zeit gut einzuteilen. Denn aufgrund der zahlreichen Anforderungen im Seminar, in der Schule und auch im Privaten laufen Sie ansonsten Gefahr, sich zu verzetteln.

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Aufgaben im Referendariat

Seminarbesuche, Referate, Lehrproben, Stundenvorbereitung und -durchführung, Teilnahme an Konferenzen, Schulveranstaltungen und Elternabenden, Schülerberatung, Elternberatung, Korrekturen, Engagement im Lehrerkollegium usw. Dies sind nur einige Aufgaben, zwischen denen Sie während Ihres Referendariats einen gewaltigen Spagat leisten müssen. Nicht selten sind Referendarinnen und Referendare bzw. Junglehrkräfte mit der Häufung der Aufgaben und den stetig steigenden Anforderungen und Erwartungen überfordert – in manchen Fällen kann dies sogar in einem Burn-out münden. Damit Sie selbst nicht zu kurz kommen und die Qualität Ihrer Arbeit nicht unter den komplexen Erfordernissen leidet, sollten Sie rechtzeitig über Ihr Zeitmanagement nachdenken.

Sorgfältige Terminplanung

Das A und O eines effektiven Zeitmanagements ist die sorgfältige Terminplanung. Überlegen Sie zunächst genau, welche Aufgaben anstehen – und wie wichtig diese jeweils sind. Führen Sie einen genauen Terminplan, in dem alle relevanten Termine stehen – und versehen Sie Aufgaben mit einem „Abgabetermin“, zu dem Sie diese schließlich erledigt haben möchten. Beachten Sie auch die Termine, die die Schule vorgibt, z. B. Konferenzen, Elternabende oder Schulveranstaltungen.

Der Terminplan kann in Form eines elektronischen Terminplaners Ihres Computers/Smartphones oder auch eines großen Wand- oder Tischkalenders erfolgen. Gehen Sie hier von einer täglichen „Arbeitszeit“ aus und lassen Sie Raum für private Unternehmungen.

Kleinere Aufgaben, die im Alltag auf Sie zukommen, sollten Sie nach dem Prinzip: „Sofort erledigen“ behandeln.

Systematisch vorgehen

In Ihrer täglichen Arbeit sollten Sie systematisch vorgehen. So ist es sinnvoll, Schritt für Schritt zu planen. Nutzen Sie z. B. bei Ihren Internet-Recherchen Suchfunktionen, grenzen Sie Ihre Recherchezeit unbedingt ein. Alles, was Sie nach einer oder eineinhalb Stunden konzentrierter Suche gefunden haben, reicht, um etwa eine kurze Unterrichtssequenz gut planen zu können. Für die Unterrichtsplanung sollten Sie ein Standardformular verwenden. Ihre Arbeitsblätter können Sie scannen und im PC ablegen.

Ist eine Einheit bzw. ein Thema durchgeführt, sorgen Sie anschließend dafür, dass Sie Ihren Schreibtisch – und somit auch ihre Gedanken – frei machen. Nach dem Prinzip „clear desk“ sollten Sie Ihren Arbeitsplatz aufräumen – und auch konsequent wegwerfen, was Sie vermutlich nicht mehr benötigen werden. Dann können Sie sich an die Planung der kommenden Unterrichtseinheiten bzw. eines Referates machen.

Strukturiert unterrichten

Auch für Ihren Unterricht gilt: Gute Planungen sind auch ausreichend. Die sogenannte „Pareto-Effizienz“ vermag dies zu verdeutlichen: 80 % der Aufgabe erledigen Sie in 20 % der Zeit, für die restlichen 20 % der Aufgabe benötigen Sie die restlichen 80 % der Zeit. Sehr häufig reichen die 80 % der Aufgabe aber, um sehr gute Ergebnisse zu erreichen. Orientieren Sie sich daher an den 80 %! Erledigen Sie Ihre Planung also in der dafür veranschlagten Zeit – und nicht länger.

Nutzen Sie zudem die Möglichkeit, die Schülerinnen und Schüler selbstständig lernen zu lassen – etwa in Form von Wochenplan- oder Freiarbeit. Scheuen Sie sich nicht, mit Lehrerkolleginnen und -kollegen – zum Beispiel aus Parallelklassen – zu kooperieren. Tests und Arbeiten können Sie ab und an nach dem korrekturfreundlichen „Multiple-Choice-Verfahren“ planen.

Last, but not least – Work-Life-Balance

Achten Sie tunlichst darauf, sich Zeit für private Unternehmungen zu nehmen. Eine aktive Freizeitgestaltung und Treffen mit Freunden sind wichtig, um einen Ausgleich zum anstrengenden Referendariat zu schaffen. Zeit für Gespräche, das Kochen mit Freunden, Konzertbesuche oder auch sportliche Aktivitäten müssen sein – und sollten auch in Ihrem Terminkalender berücksichtigt werden. AvP

Ebenso wichtig wie ein gutes Zeitmanagement sind der richtige Umgang mit Stress und ein gutes Selbstmanagement. Effiziente Unterrichtsvorbereitung gelingt durch Absprachen und Austausch mit den Kollegen.

Die Autorin Alexandra von Plüskow ist Grund- und Hauptschullehrerin. Sie hat mehrere Jahre lang als Lehrerin und Fachberaterin für die Landesschulbehörde Lüneburg und als Lehrbeauftragte für die Universität Koblenz-Landau gearbeitet. Derzeit arbeitet die zweifache Mutter als freie Fachjournalistin und Referentin für verschiedene Verlage.

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