Unterricht

Evaluation in der Schule

Im Zusammenhang mit der Durchführung internationaler Schulleistungsstudien und der Auswertung dieser Studien in den 1990er-Jahren begann verstärkt die Diskussion um die Qualität und Weiterentwicklung von Schule. Um das Wirken von Schule auch empirisch überprüf- und messbar zu machen, werden verschiedene Methoden genutzt. In allen Bundesländern sind die Schulen mittlerweile zur kontinuierlichen Evaluation verpflichtet, um schulische Qualität zu sichern und Schule weiterzuentwickeln.
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Evaluation

Unter Evaluation versteht man im Allgemeinen die systematische Sammlung, Analyse und Bewertung von Informationen über schulische Arbeit. Für eine Evaluation werden verschiedene Daten methodisch und organisiert erhoben und systematisiert, um die Untersuchung, das Vorgehen und die Ergebnisse nachvollziehbar zu machen. Die häufigsten Verfahren, die hierzu genutzt werden, sind Befragung, Beobachtung, Test und Materialanalyse.

Die Evaluation im schulischen Bereich soll dabei stets der Schulentwicklung, der Qualitätssicherung und -verbesserung von Schule und Unterricht und der Förderung der Lehrerkompetenz dienen.

Externe und interne Evaluation

Man unterscheidet zwischen externer Evaluation, die von außen durchgeführt wird, und interner Evaluation, welche von der jeweiligen Schule selbst angestoßen und realisiert wird.

Externe Evaluation

Der Blick von außen auf die Schule soll den Beteiligten bei der Analyse ihrer Stärken und Schwächen helfen und Impulse für die Weiterentwicklung geben. Externe Evaluation folgt dabei vorab definierten Qualitätskriterien, die definieren, was genau die Qualität von Schule und Unterricht ausmacht. In der Regel werden dabei die Rahmenbedingungen wie der Standort der Schule, die Schüler- und die Lehrerschaft, die finanzielle und räumliche Ausstattung sowie die Prozessqualitäten von Schule und Unterricht untersucht, z. B. die Schulkultur, das Unterrichtsklima, die Qualität des Unterrichts an sich sowie die Ergebnisse schulischer Arbeit (bspw. Lern- und Leistungsniveau der Schüler, Zufriedenheit der Lehrkräfte mit ihrer Arbeit).

Bereits zu Beginn des Referendariats sollten Sie sich mit den in Ihrem Bundesland definierten Qualitätskriterien vertraut machen, da diese hilfreiche Unterstützung bei der Planung Ihres Unterrichts sein können.

Interne Evaluation

Bei der internen Evaluation wird die gesamte Evaluation von der jeweiligen Schule selbst gestaltet und durchgeführt. Die Schule selbst bewertet den von ihr erreichten Qualitätsstand, und die Schulfamilie leitet aus den Ergebnissen der Evaluation weitere Maßnahmen und Zielvereinbarungen ab. Interne Evaluation ist so als kontinuierlicher Lern- und Arbeitsprozess zu sehen, der es der Schule ermöglicht, systematisch Informationen über das Lernen, den erteilten Unterricht und das Schul- und Unterrichtsklima zu erhalten.

Immer sollen interne und externe Evaluation sich im Dienst der Schul- und Qualitätsentwicklung ergänzen.

Selbstevaluation

Häufig werden die Begriffe Selbstevaluation und interne Evaluation gleichgesetzt. Im engeren Sinne wird unter Selbstevaluation die individuelle Selbstevaluation verstanden, bei der die Lehrkraft ihre eigene Arbeit systematisch evaluiert. Gegenstand der Evaluation ist das eigene professionelle Handeln und dessen Ergebnisse. Ziel der individuellen Selbstevaluation im schulischen Rahmen ist es, das eigene Unterrichtsverhalten unmittelbar zu verbessern bzw. zu korrigieren: Didaktische Situationen und Prozesse können auf diese Weise besser verstanden werden, und methodische Entscheidungen lassen sich gezielt überprüfen.

Bereits zu Beginn Ihrer Unterrichtstätigkeit im Referendariat sollten Sie dieses Instrument zur Qualitätssicherung Ihres beruflichen Handelns nutzen. Zur Selbstevaluation können Sie verschiedenste Methoden und Verfahren einsetzen: Nutzen Sie das Feedback Ihrer Schüler. Bitten Sie Kollegen, in Ihrem Unterricht zu hospitieren und Ihnen Rückmeldung zu geben – auch unter Einbezug von Unterrichtsbeobachtungsbogen, die von den externen Evaluatoren verwendet werden. Sie werden von diesen Evaluationsergebnissen profitieren. Achten Sie jedoch darauf, Materialien zu verwenden, die von Profis erarbeitet und in der Praxis bereits erprobt sind.

Juliane Stubenrauch-Böhme, München; Lehrerin für die Fächer Deutsch, Französisch und Spanisch; Referentin in der Lehrerfortbildung; derzeit abgeordnet an die Staatliche Prüfungsstelle für Übersetzer und Dolmetscher sowie pädagogische Mitarbeiterin für Deutsch und Fremdsprachen in der Abteilung Berufliche Schulen im Bayerischen Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst

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