Unterricht

Wie Sie Hausaufgaben effektiv für Ihren Unterricht nutzen

Beliebt sind sie bei Ihren Schülerinnen und Schülern häufig nicht – die Hausaufgaben. Dennoch erfüllen sie im Rahmen Ihres Unterrichts mehrere wichtige Funktionen. Lesen Sie, wie Sie Hausaufgaben wirksam für die Qualität Ihres Unterrichts nutzen sollten.
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Hausaufgaben – diese Fakten sollten Sie kennen

Die einzelnen Bundesländer regeln in ihren Schulgesetzen alles rund um das Thema „Hausaufgaben“. In sogenannten „Hausaufgabenerlassen“ ist festgelegt, in welcher Form und wie viele Hausaufgaben Sie aufgeben dürfen. Grundsätzlich sollen Hausaufgaben den Unterricht nachbereiten. Sie können aber auch vorbereitenden Charakter haben. Losgelöst vom Unterricht dürfen sie allerdings nicht sein. Die Aufgabe sollte so gestellt sein, dass Ihre Schülerinnen und Schüler diese eigenständig in einer angemessenen Zeit bewältigen können. Als Faustregel gelten die folgenden Zeitrahmen:

Primarstufe: 30-45 Minuten

Sekundarstufe I: 1-2 Stunden

Sekundarstufe II: 2-3 Stunden.

Derzeit werden diese Zeiten hinsichtlich der Ganztagsschule vonseiten der Ministerien neu strukturiert.

Es ist prinzipiell nicht üblich, dass Sie die Hausaufgaben benoten – je nach landesrechtlicher Regelung fließen diese jedoch in die Bewertung der Gesamtleistung im Fach ein.

Hausaufgaben als Nachbereitung Ihres Unterrichts

Das Erledigen der Hausaufgaben unterstützt Ihre Schülerinnen und Schüler dabei, Unterrichtsinhalte nachzubereiten und diese zu wiederholen und zu festigen. Es ist von besonderer Bedeutung, dass Sie diese Aufgaben würdigen.

Dies erfolgt beispielsweise bei der täglichen Hausaufgabenkontrolle. Sie erfüllt einerseits die Funktion, dass Ihre Schülerinnen und Schüler eine Resonanz über ihr Können erhalten – andererseits erhalten Sie als Lehrkraft eine wichtige Rückmeldung hinsichtlich der Leistungen Ihrer Schülerinnen und Schüler. Wurde ein Thema gut verstanden – oder gibt es innerhalb der gesamten Lerngruppe noch Lücken, die aufgearbeitet werden müssen? War die Aufgabenstellung eventuell zu umfangreich? In welcher Weise müssen Sie das Ausmaß bzw. den Schwierigkeitsgrad der Aufgaben anpassen? Das Festigen und Anwenden des im Unterricht Gelernten dient gleichsam zur Vorbereitung weiterer Unterrichtsschritte.

So kontrollieren Sie die Hausaufgaben Ihrer Schülerinnen und Schüler

Die tägliche Kontrolle der Hausaufgaben kann beispielsweise so erfolgen, dass Sie sich zunächst einen Gesamteindruck der Aufgabenerledigung verschaffen. Betrachten Sie kurz jede Bearbeitung. Als Zeichen, dass Sie diese gesehen und angenommen haben, setzen Sie etwa einen Haken unter die Arbeit oder Sie verwenden einen Stempel. Notieren Sie sich, wenn die Hausaufgaben nicht erledigt wurden und überlegen Sie sich, wie Sie reagieren, wenn dies gehäuft geschieht.

Betrachten Sie abwechselnd einzelne Schülerarbeiten – und besprechen Sie diese mit der jeweiligen Lernerin bzw. dem jeweiligen Lerner. Was klappte schon gut – woran müsste diejenige bzw. derjenige noch arbeiten? Bitten Sie die Schülerin bzw. den Schüler, zu berichten, welche Inhalte sie bzw. er noch nicht verstanden hat – und woran dies liegen könnte.

Geben Sie den Lernerinnen und Lernern bisweilen die Möglichkeit, die Ergebnisse vor der Lerngruppe zu präsentieren. Oder aber planen Sie eine „Murmelphase“ ein, in der sich die Sitzpartnerinnen und Sitzpartner über die Aufgaben austauschen. Sinnvoll ist es auch, die Schülerinnen und Schüler zur eigenen Kontrolle der Hausaufgaben anzuregen. Ziehen Sie hierbei etwa Lösungsblätter oder eine Lösungsfolie hinzu.

Auch bei der Kontrolle der Hausaufgaben ist ein Methodenwechsel günstig. So stellen Sie mithilfe eines schrittweise erarbeiteten Rituals sicher, dass die Qualität Ihres Unterrichts gut ist – und auch bleibt.   AvP

Sinnvoll korrigierte Hausaufgaben unterstützen den Lernfortschritt Ihrer Schüler. Neben den Hausaufgaben gibt es für Sie als Referendar außerdem die Möglichkeit, Ihre Schüler auch durch Kurzarbeiten, Stegreifaufgaben und Probeaufgaben zu benoten. Mündliche und praktische Übungen bewerten Sie durch Referate, Unterrichtsbeiträge und praktische Arbeiten.

Die Autorin Alexandra von Plüskow ist Grund- und Hauptschullehrerin. Sie war mehrere Jahre als Lehrerin und Fachberaterin für die Landesschulbehörde Lüneburg und als Lehrbeauftragte für die Universität Koblenz-Landau tätig. Derzeit arbeitet die zweifache Mutter als freie Fachjournalistin und Referentin für verschiedene Verlage.

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