Unterricht

Im eigenen Fokus - Selbstreflexion im Referendariat

Durch Rückblick vorwärtskommen

Ihre Unterrichts-Mitschau ist vorbei und nun geht es an die Besprechung? Dann sind in der Regel zunächst Sie an der Reihe – nämlich damit, die Stunde und Ihr eigenes Lehrverhalten zu reflektieren. Was Sie hierbei berücksichtigen sollten, nennt der folgende Beitrag in Grundzügen.
Fotolia 42893243 XS mopsgrafik - Fotolia

Das A & O: eine gute Vorbereitung

Die detaillierte und gut durchdachte Planung Ihrer Unterrichtsstunde ist das Kernstück auch für deren Besprechung. Wägen Sie gut ab, welche Methoden Sie in der Lerngruppe einsetzen und welche didaktischen Schritte Sie aufeinander abstimmen. Überlegen Sie genau, weshalb Sie sich für ein bestimmtes Arbeitsmaterial entscheiden – und welches Sie auch alternativ hätten wählen können. Begründen Sie vorab für sich – gerne auch schriftlich –, weshalb Sie Ihre Entscheidungen treffen.

Zeit für sich – vor der Besprechung

Bevor der Unterricht gemeinsam besprochen wird, haben Sie in den meisten Fällen eine kurze Zeit für sich, um Ihre Kernpunkte für die Besprechung schriftlich zu fixieren. Nehmen Sie sich hierzu Ihren schriftlichen Unterrichtsentwurf als Gedankenstütze. Gehen Sie Schritt für Schritt durch, was genau so verlaufen ist, wie Sie es erwartet haben – oder was eben nicht. Benennen Sie mögliche Gründe für den Verlauf der Unterrichtsstunde. Und zeigen Sie ebenfalls Alternativen für Ihr Lehrerverhalten auf.

Äußern Sie diese Gedanken vorab. Sie sollten bei der Reflexion aber auch darauf achten, nicht zu streng mit sich zu sein. Denken Sie daran, dass ein gesundes Maß an Selbstkritik sicherlich angebracht ist – allerdings sollte sich dieses stets in einem sachlichen Rahmen bewegen. Auch ein zu Viel des Lobes an der eigenen Stunde sollten Sie vermeiden, wenn es sachlich nicht passt.

Aktiv zuhören

Während der Nachbesprechung mit Ihren Kommilitonen sowie mit den Lehrkräften des Seminars sollten Sie darauf achten, aktiv zuzuhören. Bleiben Sie objektiv und reagieren Sie auf Kritik nicht unsachlich. Wenn Sie bestimmte Ansätze nicht verstehen, wiederholen Sie diese mit eigenen Worten und fragen Sie nach, wie dies gemeint ist. Sind Sie grundsätzlich anderer Meinung, so tragen Sie diese sachlich und neutral vor. Ihr Verständnis spiegeln Sie beispielsweise mithilfe Ihrer Gestik und auch mit Ihrer Mimik wider.

Wenn Ihnen die Gedanken der Mit-Referendare und -Referendarinnen sowie der Lehrkräfte des Seminars nicht sofort schlüssig erscheinen, sollten Sie diese während des Gespräches notieren, um die möglichen Alternativen nach dem Gespräch für sich noch einmal mit etwas mehr Abstand durchgehen zu können.

Ein Ziel setzen

Hilfreich ist es, wenn Sie sie sich am Ende des Gespräches gemeinsam mit den Gesprächsteilnehmern ein Ziel für die nächste Stunde setzen. Etwa:

  • Ich werde in der nächsten Stunde darauf achten, meine Schülerinnen und Schüler mehr zu loben.
  • In der nächsten Stunde werde ich darauf achten, das Material für den und den Schüler noch genauer zu differenzieren.

Prüfen Sie dann vor Beginn der nächsten Stunde, ob es Ihnen gelungen ist, dieses Ziel umzusetzen.

Die Selbstreflexion ist ein wesentlicher Bestandteil der Nachbesprechung Ihres Unterrichtes, und sie erfordert von Ihnen ein großes Maß an Disziplin. Einerseits dürfen Sie sich Ihrer Erfolge freuen – andererseits sollten Sie aber auch in der Lage sein, mögliche Verbesserungen innerhalb des Stundengeschehens erkennen und diese dann auch benennen zu können, um sie entsprechend in kommenden Unterrichtsstunden umzusetzen.

Alexandra von Plüskow arbeitet seit 1998 als Grundschullehrerin im Landkreis Lüneburg. Sie ist derzeit vom Land Niedersachsen als Bildungskoordinatorin der Bildungslandschaft Heidekreis in die Stabsstelle Schulverwaltung, Bildung und ÖPNV in Soltau abgeordnet. Die zweifache Mutter verfasst als Fachjournalistin Texte und Materialien für verschiedene Verlage und Magazine.

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren: