Unterricht

Aktivieren Sie Ihre Schülerinnen und Schüler – der Einsatz unterschiedlicher Sozialformen

Sie möchten Ihre Schülerinnen und Schüler in Ihrem Unterricht optimal motivieren und aktivieren? Dann ist es von besonderer Bedeutung, auf verschiedene Sozialformen zurückzugreifen. Doch – was verbirgt sich hinter diesem Begriff und welche Sozialformen eignen sich für Ihren Unterricht? Lesen Sie hier, was Sie über Sozialformen wissen sollten.

Fotolia 24746258 XS Woodapple - Fotolia

Sozialformen – das sollten Sie wissen

Immer nur Frontalunterricht ... ? Das gibt es selbstverständlich schon lange nicht mehr. Für Ihren Unterricht stehen Ihnen mehrere sogenannte „Sozialformen“ zur Verfügung. Nach Hilbert Meyer werden diese wie folgt definiert: „Sozialformen regeln die Beziehungsstruktur des Unterrichts. “ (Hilbert Meyer, 1992, S. 136) Durch die Bestimmung einer bestimmte Sozialform legen Sie fest, in welcher Weise Ihre Schülerinnen und Schüler miteinander lernen und umgehen. Die Sozialform gibt auch vor, ob und in welcher Form die Lernenden untereinander kommunizieren.

Als Sozialformen legt Meyer neben dem Frontalunterricht folgende Möglichkeiten fest:

  • Einzelarbeit,
  • Partnerarbeit,
  • Gruppenarbeit (ebenda, S. 138).

Hierbei handelt es sich um die gängigen Sozialformen, die Sie – mit ein wenig Übung – in Ihren Unterricht einbeziehen sollten.

Jeder für sich: die Einzelarbeit

Während der Einzelarbeit lernen und üben Ihre Schülerinnen und Schüler selbstständig. In dieser Sozialform können sie individuell und in ihrem eigenen Tempo arbeiten. Auf eine Interaktion der Lernenden wird verzichtet, jede bzw. jeder muss sich auf sich selbst konzentrieren.

Austausch erwünscht: die Partnerarbeit

Eine Partnerarbeit können Sie in Ihrem Unterricht meist mühelos anwenden. Die einfachste Anordnung ist es, wenn zwei Lernende als Sitznachbarn zusammenarbeiten. In dem Fall ist es nicht nötig, dass räumliche Veränderungen herbeigeführt werden müssen. Während der Partnerarbeit arbeiten die Beteiligten zusammen, sie helfen und motivieren sich und können sich ggf. auch gegenseitig überprüfen.

Einer für alle, alle für einen: die Gruppenarbeit

Die Arbeit in Gruppen ist für Sie aufwendiger zu organisieren – und auch Ihre Schülerinnen und Schüler müssen lernen, sich an Regeln für die Gruppenarbeit zu halten. Diese sollten Sie deshalb schrittweise und kontinuierlich trainieren. Während der Gruppenarbeit werden sowohl die sozialen und auch die personalen Fähigkeiten der Lernerinnen und Lerner gefördert. Diese Arbeitsform eignet sich in besonderer Weise für das Erstellen von Präsentationen. Geben Sie von vornherein feste Regeln vor und verteilen Sie, welche Aufgaben von welchem Gruppenmitglied übernommen werden. Dies kann einer möglichen organisatorischen Überforderung Ihrer Schülerinnen und Schüler vorbeugen.

So setzen Sie verschiedene Sozialformen in Ihrem Unterricht ein

Um Ihre Schülerinnen und Schüler zu aktivieren und zu motivieren, ist ein Wechsel zwischen verschiedenen Sozialformen im Unterricht sinnvoll. Die Übergänge zwischen den verschiedenen Formen sind häufig fließend. Neben Phasen des Frontalunterrichtes sind Einzelarbeits- und Partnerarbeitsperioden einfach zu organisieren. Eine Gruppenarbeit benötigt eine deutlich aufwendigere Vorbereitungszeit sowie die Bereitschaft der Lernenden, abgesprochene, feste Regeln hierfür zu akzeptieren und einzuhalten. Überlegen Sie genau, für welche Phase Ihres Unterrichts sich einzelne Sozialformen eignen. Trainieren Sie diese mit Ihren Schülerinnen und Schülern – und haben Sie Mut, ein abwechslungsreiches Repertoire anzubieten und anzuwenden.  AvP

Die Autorin Alexandra von Plüskow ist Grund- und Hauptschullehrerin. Sie war mehrere Jahre als Lehrerin und Fachberaterin für die Landesschulbehörde Lüneburg und als Lehrbeauftragte für die Universität Koblenz-Landau tätig. Derzeit arbeitet die zweifache Mutter als freie Fachjournalistin und Referentin für verschiedene Verlage.

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren: