Unterricht

Sicherheit im Sportunterricht

Die Schreckensvision jedes Lehrers: ein verunglückter Schüler im Sportunterricht. Natürlich kann überall etwas passieren, doch gerade hier ist die Gefahr recht groß. Worauf Sie achten sollten und was Sie bedenken müssen, lesen Sie in diesem Artikel.
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Disziplin von Anfang an

Das Wort Disziplin klingt etwas antiquiert, drückt aber doch am besten aus, was Sie im Sportunterricht beachten müssen. Die Schüler sollen von Beginn an lernen, wie sie sich zu ihrer eigenen Sicherheit im Sportbereich bewegen. Werden Regeln eingehalten, minimiert sich das Verletzungsrisiko erheblich.

Nehmen Sie sich vor der ersten Stunde Zeit, den Schülern zu erklären, wie sie sich vor und während der Sportstunden zu verhalten haben. Bei Bedarf erklären Sie es zwischendurch noch einmal, denn im Sport gehört richtiges und faires Verhalten unbedingt dazu.

Auch Sie als Lehrer sind diesbezüglich gefragt. Achten Sie darauf, dass Mattenwagen und Geräte nicht im Weg, sondern am Rand stehen, und dass der Geräteraum während des Unterrichts geschlossen ist. Bälle sind nach Gebrauch sofort einzusammeln, damit sie nicht zu Stolperfallen werden. Das Gleiche gilt auch für alle anderen Sportgeräte. Ernennen Sie ggf. verlässliche Schüler, die auf diese Dinge zu achten haben. Die Verantwortung liegt dennoch einzig bei Ihnen.

Umkleidekabinen

Hier sollen sich die Schüler umziehen und ihre Kleidung aufbewahren. Im ggf. angrenzenden Duschbereich haben Schüler nichts verloren. Niemand darf auf die Bänke klettern bzw. die Kleidung von jemand anderem verstecken. Sobald die Schüler mit dem Umziehen fertig sind, haben sie den Raum zu verlassen.

Vor der Halle oder in der Halle?

Rechnen Sie damit, dass einzelne Schüler vor Ihnen in der Halle sind. Trotzdem darf niemand in der Halle spielen, turnen oder herumrennen, solange Sie nicht da sind. In manchen Schulen warten die Schüler vor der Halle, in anderen gehen die Schüler schon hinein, setzen sich auf einen vereinbarten Platz und haben dort auf Sie zu warten.

Kleidung, Haare und Schmuck

Nur wer Sportkleidung trägt, darf am Unterricht teilnehmen. Sportschuhe sind ein Muss. Gerade beim Auf- und Abbauen sind diese notwendig, um die Füße vor Verletzungen zu schützen. Einzige Ausnahme besteht beim Bodenturnen. Schüler, die ihre Sportsachen vergessen haben, können auf andere Weise in den Unterricht involviert werden: als Schiedsrichter, Gerätewart oder Handlanger.

Schmuck, Uhren oder Piercings müssen vor dem Unterricht entfernt oder abgeklebt, lange Haare zusammengebunden werden.

Zeichen

Vereinbaren Sie mit den Schülern optische oder akustische Zeichen, die sie anweisen, sich z. B. an einem bestimmten Platz zu sammeln. Sobald das Zeichen wahrgenommen wird, müssen die Schüler reagieren und andere darauf aufmerksam machen. Handzeichen gehen hier schnell unter. Benutzen Sie am besten eine Trillerpfeife. Versuchen Sie es nicht mit lautem Rufen – meistens klappt das sowieso nicht und außerdem werden Sie beizeiten Probleme bekommen.

Strikt bleiben

Um einen reibungslosen Ablauf zu garantieren, sind all diese Regeln einzuhalten. Ein gequetschter Fuß oder Prellungen sind schmerzhaft, und wer sich mit langen Haaren irgendwo verfängt, kann ziemlichen Schaden nehmen. Darum ist Nachgiebigkeit hier nicht angebracht. Schüler, die sich nicht an die Regeln halten, können eben nicht mitmachen. Lassen Sie diese stattdessen Sportregeln abzuschreiben oder in Comicform umzusetzen.

Krankheiten

Gerade im Sportunterricht ist es wichtig, dass Sie über Erkrankungen (Diabetes, Asthma, usw.) Bescheid wissen. Diese sind nicht immer ein Grund, das betroffene Kind vom Sport auszuschließen, aber Sie müssen wissen, worauf Sie zu achten haben. Informieren Sie sich, was passieren kann und wie Sie handeln müssen.

Sollte doch etwas passieren …

…, dann müssen Sie vor allem ruhig bleiben. Oft sind es harmlose Verstauchungen und Prellungen, die man mit Kühlpacks in den Griff bekommt. Klagt ein Kind über Schmerzen, bewegen Sie auf keinen Fall den betroffenen Körperteil, sondern fordern Sie das Kind dazu auf. Klappt das nicht, könnte ein Bruch vorliegen.

Treten Blutungen auf, die nicht schnell zu stillen sind, hilft ein Druckverband. Lassen Sie das betroffene Kind nicht allein, sondern schicken Sie andere Kinder, um Hilfe zu holen. Reden Sie mit dem verletzten Schüler und decken Sie ihn zu. Transportieren Sie das Kind niemals selbst, sondern rufen Sie einen Krankenwagen und benachrichtigen Sie die Eltern.

Es passiert sehr wenig – aber spielen Sie den Ablauf gedanklich durch, damit Sie wissen, was sie tun müssen, wo Sie Erste-Hilfe-Material finden und wohin Sie die Kinder schicken, die Hilfe holen sollen.

Rechtliche Grundlagen und Empfehlungen

Auf den Seiten vom GUV, dem Ministerium in NRW und den Unfallkassen Hessen gibt es gute Erklärungen für spezielle Sportarten, die rechtliche Seite und Checklisten, die Sie nutzen können.

www.schulsport-nrw.de/fileadmin/user_upload/sicherheits_und_gesundheitsfoerderung/pdf/Erlass-Sicherheitsfoerderung_im_Schulsport.pdf

publikationen.dguv.de/dguv/pdf/10002/si-8048.pdf

>http://www.ukh.de/uploads/tx_ukhdruckschriften/SR_Band_2.pdf

 

 

Manon Sander hat als Lehrerin an Grund-, Haupt- und Realschulen unterrichtet. Sie ist Lehrbeauftragte an der Universität in Bielefeld und betreut dort die Lehramtsstudierenden im Praktikum. Die Mutter von sechs Kindern ist außerdem als Autorin für verschiedene Verlage und Magazine tätig.

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