Unterricht

Unterrichtsstunden sinnvoll strukturieren

Guter Unterricht erfordert eine gute Planung. Die Einteilung Ihrer Unterrichtsstunden in Phasen hilft Ihnen und Ihren Schülerinnen und Schülern dabei, die Übersicht über den Lernstoff zu behalten. Mittels einer guten Phasierung Ihres Unterrichts lockern Sie das Geschehen auf und bieten gleichsam ein verlässliches Gerüst, das den Unterricht stützt. Lesen Sie hier, welche Dinge Sie bei Ihrer Planung beachten sollten.
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Klassische Phasenmodelle

Im Allgemeinen werden Unterrichtsstunden in drei Phasen eingeteilt:

  • in eine Einstiegsphase
  • in eine Erarbeitungsphase
  • in eine Auswertungsphase

Diese dreiphasigen Modelle sind weit verbreitet – so schlägt beispielsweise Hilbert Meyer eine solche Einteilung vor (Meyer 1987, S. 122 ff.).

Die Einstiegsphase – Muntermacher und Motivationsgeber

In der Einstiegsphase geht es darum, eine „Lernlaune“ zu schaffen und die Schülerinnen und Schüler für die Thematik der Stunde zu sensibilisieren und um – wie Meyer es formuliert – „zum Kern der Sache (zu) kommen“ (ebenda, S 131). Berücksichtigen Sie dabei die Interessen und das Vorwissen der Lernenden.

Mögliche Einstiegssituationen sind etwa:

  • übend wiederholen
  • bildhafter Impuls
  • Cartoon
  • ein Rätsel
  • ein stummer Impuls

Die Erarbeitungsphase – Kern der Stunde

Während der Erarbeitungsphase entwickeln die Schülerinnen und Schüler nach und nach die Thematik. Dies kann beispielsweise geschehen unter Einsatz von:

Während der Erarbeitungsphase sollten Sie unterschiedliche Methoden einsetzen, um die Lernmöglichkeiten vielfältig zu gestalten und um den verschiedenen Lernertypen Rechnung zu tragen.

Die Ergebnissicherung – wichtiger Abschluss

Die Ergebnisse der Erarbeitungsphase werden in der Ergebnissicherung thematisiert. Diese werden vor der Lerngruppe vorgestellt und anschließend diskutiert. Hilfreiche Methoden sind hierbei:

  • Präsentation durch die Schülerinnen und Schüler
  • Auswertung der Ergebnisse etwa in Form einer Diskussion oder mithilfe eines Schaubildes
  • Zusammentragen der Ergebnisse in Form eines Tafelbildes, das verändert und ergänzt werden kann
  • Sammeln der Ergebnisse auf einer Folie
  • Veröffentlichung der Ergebnisse etwa in Form einer Wandzeitung.

Ergänzen Sie weitere Phasen

Kritiker des Dreiphasenmodells empfinden diese Einteilung als zu starr. Sie bemängeln, dass dabei die Lernerinnen und Lerner zu wenig im Zentrum des Lernvorgangs stehen. Thomas Unruh und Susanne Petersen schlagen deshalb  vor, den Unterricht in acht Phasen zu unterteilen:

  • Warming up (Schaffen einer „Lernlaune“)
  • Offenlegen des Stundenprogramms (Ausformulieren des Stundenthemas, Darlegen der einzelnen Phasen mit der geplanten Dauer)
  • Erfragen des Vorwissens der Lernenden
  • Weitergabe von Information seitens der Lehrkraft, der Schülerinnen und Schülern oder mithilfe von Arbeitsblättern
  • Formulieren des Arbeitsauftrags (sich selbst erklärend)
  • Selbstständiges Arbeiten der Schülerinnen und Schüler (verschiedene Arbeits- und Sozialformen sowie Möglichkeiten der Differenzierung und der Selbstkontrolle)
  • Präsentieren und Reflektieren der Ergebnisse
  • Stundenschluss (etwa Hausaufgaben oder ein Ritual wie ein Lied oder ein Spiel (vgl. Thomas Unruh/ Susanne Petersen, 2011. S. 37 ff.)

Je nachdem, wie die Vorgaben Ihres Ausbildungsseminars sind, können Sie das klassische Unterrichtsmodell um diese weiteren Phasen ergänzen.

Last, but not least: Achten Sie auf die Gelenkstellen Ihres Unterrichts

Die einzelnen Unterrichtsphasen werden durch sog. Gelenkstellen in Ihrem Unterricht zusammengehalten. Diese erfordern besondere Beachtung. Als Gelenkstellen werden z. B. die Momente bezeichnet, in denen Sie Ihre Schülerinnen und Schüler in Gruppen einteilen oder Material verteilen. Planen Sie diese Phasen in den Unterrichtsablauf mit ein und überlegen Sie sich auch dafür Handlungsmuster, damit die Organisation Ihres Unterrichtes rund läuft. Eine mögliche Form, eine neue Phase einzuläuten, ist es etwa, eine räumliche Veränderung herbeizuführen, z. B. in Form eines Sitzkreises. Die Ergebnissicherung kann auch durch das Anstimmen eines bekannten Liedes, in das die Schülerinnen und Schüler dann einstimmen, begonnen werden.  AvP

Die Autorin Alexandra von Plüskow ist Grund- und Hauptschullehrerin. Sie war mehrere Jahre als Lehrerin und Fachberaterin für die Landesschulbehörde Lüneburg und als Lehrbeauftragte für die Universität Koblenz-Landau tätig. Derzeit arbeitet die zweifache

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