Unterricht

Wie fange ich an? – Ablauf und Aufbau einer Anfänger-Unterrichtsstunde

Schon kurz nach Beginn des Referendariats werden Sie mit dem beruflichen Alltag konfrontiert: Das Planen von Unterrichtsstunden gehört zum Kerngeschäft der Arbeit von Lehrerinnen und Lehrern und wird auch Ihnen bald ganz leicht von der Hand gehen. Folgende Hinweise werden Ihnen die tägliche Unterrichtsvorbereitung erleichtern.
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Einzelstunden und Unterrichtssequenz

Basis jedes Unterrichtens ist immer der gültige Lehrplan. Wenn Sie im Rahmen Ihres Referendariats einzelne Stunden im Rahmen eines Lehrversuchs oder eine ganze Klasse übernehmen, so werden Sie immer zunächst den Stoffverteilungsplan und die aktuelle Unterrichtssequenz, in die die jeweilige Einzelstunde eingebettet ist, gemeinsam mit dem Klassenlehrer besprechen. Auf diese Weise garantieren Sie ein kontinuierliches Unterrichten und Lernen.

Unterrichtsplanung

Ausgangspunkt jeder Unterrichtsplanung ist die Frage nach dem Thema der Unterrichtsstunde: die sog. Sachanalyse. Sobald Sie sich mit dem Inhalt der Stunde vertraut gemacht haben, geht es um die didaktische Analyse, d. h., um die Lernziele der Stunde, um die Kompetenzen, die die Schüler in der Stunde erwerben sollen. Sinnvoll sind 3 bis 5 Lernziele pro Stunde.

Mithilfe eines grob skizzierten Stundenablaufs, der sich an den Lernzielen der Stunde orientiert, können die methodischen Entscheidungen reflektiert und der zeitliche Ablauf geplant werden. Packen Sie nicht zu viele Inhalte in eine Stunde, und planen Sie immer Zeitpuffer, wie beispielsweise zusätzliche Übungsmöglichkeiten, mit ein.

Folgende beispielhafte Strukturskizze hat sich in der Praxis bewährt:

Zeit: 8.00 bis 8.05

Phase: Einstieg

Unterrichtsverlauf/Tafelbild: Hinführung zum Stundenthema

Lehrer-/Schülerverhalten: Die Schüler ...

Methode: Impuls

Medien: Whiteboard

Aufbau und Phasen einer Unterrichtsstunde

Einstieg/Warm-up: Heranführen der Schüler an das Thema der Stunde

Fantasie, Neugierde und Interesse am Thema sollen geweckt werden.

Aktivierung des Vorwissens: Vor der Erarbeitung von Neuem muss vorhandenes Wissen aktiviert und bereitgestellt werden, z. B. über Wiederholung der Inhalte der letzten Stunde, Besprechung der Hausaufgabe etc.

Erarbeitung und Sicherung: Nun erarbeiten sich die Schüler neues Wissen, neue Kompetenzen. Widmen Sie dieser Phase in der Planung besondere Aufmerksamkeit, variieren Sie die methodischen Zugänge und Arbeitsformen (Einzel-, Gruppenarbeit etc.). Wissen und die Kompetenzen, die selbstständig erarbeitet werden, bleiben langfristig im Gedächtnis erhalten.

Sicherung der erzielten Ergebnisse in einem klassischen Tafelbild oder auch Präsentation durch die Schülern. Achten Sie darauf, dass die Arbeitsergebnisse von allen Schülern festgehalten werden, insbesondere dann, wenn die Sicherung in Form einer Selbstkontrolle von den Schülern durchgeführt wird.

Anwendung des Gelernten und Transfer: Vor allem im kompetenzorientierten Unterricht kommt es darauf an, dass das Gelernte, das fachspezifische Wissen in konkreten Situationen abgerufen und angewandt wird. Nur über den konkreten Einsatz und einen Transfer wird eine langfristige Kompetenzentwicklung bei den Schülern erreicht. Lassen Sie diese Phase daher nie aus und planen Sie hierfür genügend Zeit ein!

Stundenabschluss: Zu einer gelungenen Stunde gehört immer auch ein runder Abschluss. Lassen Sie die Stunde niemals zerfasern. Dies erweckt den Eindruck, dass der erarbeitete Inhalt letzten Endes doch nicht so bedeutend war. Das sollten Sie unbedingt vermeiden.

Sehr häufig enden Stunden mit dem Erteilen der Hausaufgabe. Das muss nicht zwangsläufig so sein, denken Sie sich „interessantere“ Alternativen für Ihre Schüler aus. Eine Stunde kann z. B. auch mit einem Blitzlicht enden: Jeder nennt einen Aspekt, der neu für ihn war, den er sich auf jeden Fall merken wird … Dabei darf jeder Aspekt nur einmal genannt werden.

Nachbereitung und Reflexion

Bereiten Sie jede Stunde nach, indem Sie sich kritisch fragen, ob die Schüler die angestrebten Ziele erreicht, sich das Neue auch erarbeitet haben.

Überlegen Sie, was in der jeweiligen Klasse gut geklappt hat und was nicht. Entsprach der tatsächliche Ablauf der Stunde Ihrem geplanten Verlauf? Gab es Schwierigkeiten bei der Erarbeitung oder der Einübung des Stoffes? Waren die Schüler aktiv?

Ziehen Sie aus Ihren Reflexionen entsprechende Konsequenzen für die nächste Stund, und bleiben Sie bei der Vorbereitung der nächsten Stunden kreativ.

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