Unterricht

Der Stoffverteilungsplan – Orientierungshilfe oder einengende Formalität?

In einigen Schulen ist es gang und gäbe, dass Sie Stoffverteilungspläne für das jeweilige Schulhalbjahr oder sogar für das gesamte Schuljahr erstellen. Andernorts erwartet Ihre Schulleitung einen solchen Plan von Ihnen. Was steckt hinter sogenannten „Stoffverteilungsplänen“ – und was sollten Sie bei der Planung eines solchen Dokuments beachten?
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Stoffverteilungspläne – eine wichtige Orientierungshilfe für Ihren Unterricht

Mithilfe eines Stoffverteilungsplanes organisieren Sie, wie Sie Ihren Unterricht im kommenden Schulhalbjahr oder auch Schuljahr gestalten. Bei der Planung orientieren Sie sich einerseits an den gesetzlichen Vorgaben wie etwa den Rahmenplänen und den Kerncurricula und andererseits am schulinternen Lehrplan. Auch Lehrwerke sind bedeutsam für die Erstellung Ihres Stoffverteilungsplanes. Während des Schulhalbjahres bzw. Schuljahres gibt Ihnen der Stoffverteilungsplan eine gute Orientierung.

Was ist nötig, bevor Sie Ihren Stoffverteilungsplan erstellen?

Bevor Sie sich an die Planung machen, sollten Sie einige Dinge in Erfahrung gebracht haben. Setzen Sie sich mit den verbindlichen Themen und Inhalten, die aus den Rahmenplänen und Kerncurricula hervorgehen, auseinander und notieren Sie diese. Erkundigen Sie sich zudem (z. B. bei Ihrer Schulleitung, der Leitung der Fachkonferenz, der Betreuungslehrkraft) nach einem schulinternen Lehrplan. Vielleicht gibt es für Ihr Fach und/oder die betreffende Klassenstufe bereits eine Vorlage, an der Sie sich orientieren können? Ziehen Sie zusätzlich die Vorgaben Ihres Lehrwerkes zur Planung hinzu. Mit all diesen Informationen ausgestattet, können Sie sich nun an die Konzeption machen.

So entwerfen Sie Ihre Stoffverteilungspläne

Anhand Ihrer Informationen verteilen Sie nun die relevanten Themen auf das kommende Schulhalbjahr bzw. Schuljahr. Berücksichtigen Sie dabei einerseits Ferientage bzw. freie Tage sowie Schulveranstaltungen und Klassenfahrten. Planen Sie auch hinsichtlich des Jahreskreises. Welche Themen lassen sich etwa in welcher Jahreszeit besonders gut aufgreifen? Bedenken Sie ferner Möglichkeiten des fächerübergreifenden Lernens. Dies ist gerade in musisch-ästhetischen Fächern wichtig. Pro Thema sollten Sie ca. 10 bis 15 Unterrichtsstunden einplanen, nicht so relevante Themen lassen sich auch mit weniger Unterrichtsstunden behandeln. Planen Sie zudem in etwa ein, zu welchem Zeitpunkt Sie Leistungsüberprüfungen durchführen möchten.

Ist Ihre Konzeption erstellt, so zeigen Sie diese beispielsweise Ihrer betreuenden Lehrkraft oder einer Fachkollegin bzw. einem Fachkollegen. Bitten Sie diese um eine Einschätzung und passen Sie den Plan gegebenenfalls noch einmal an.

Digitale Unterstützung

Einige Lehrwerke bieten eine digitale Konzeptionshilfe an, und auch im Internet finden Sie Stoffverteilungsplan-Tools, mit deren Hilfe Sie Ihren Entwurf leicht erstellen können. Hier geben Sie etwa Ihr Bundesland sowie die unterrichtsfreien Tage ein und die wöchentliche Anzahl Ihrer Unterrichtsstunden. Aufgrund Ihrer Angaben wird Ihnen ein individueller Stoffverteilungsplan zusammengestellt.

Die Grenzen des Stoffverteilungsplanes

Ihr Stoffverteilungsplan hilft Ihnen, sich während des laufenden Schulhalbjahres bzw. Schuljahres zu orientieren. Allerdings ist es nicht immer mögliche, diese Planung auch tatsächlich einzuhalten. Manchmal ist es notwendig, auf aktuelle Vorkommnisse spontan zu reagieren. Oder aber Sie benötigen für eine Unterrichtseinheit mehr Zeit als veranschlagt. Nehmen Sie den Plan dann als das, was er ist – als eine Richtschnur, die Ihnen Ihre Arbeit erleichtern möchte und Spontanes zulässt. An jedem Tag.  AvP

Grundlage Ihrer Planung sollte immer zuerst der Lehrplan sein. Eine anschließende Analyse Ihrer Lerngruppe hilft Ihnen, die passenden Themen zu finden. Die Qualität Ihrer Unterrichts sichern Sie durch eine gute Vorbereitung und anschließender Reflektion und Evaluation.

Die Autorin Alexandra von Plüskow ist Grund- und Hauptschullehrerin. Sie war mehrere Jahre als Lehrerin und Fachberaterin für die Landesschulbehörde Lüneburg und als Lehrbeauftragte für die Universität Koblenz-Landau tätig. Derzeit arbeitet die zweifache Mutter als freie Fachjournalistin und Referentin für verschiedene Verlage.

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