Unterricht

Du bist der Bestimmer: Heftführung und Arbeitsblattgestaltung

Du hast Hefte eingesammelt und schlägst innerlich die Hände über dem Kopf zusammen. Seiten sind ausgelassen, Arbeitsblätter sind nicht eingeklebt oder eingeheftet, unterstrichen wurde in den seltensten Fällen mithilfe eines Lineals und ein Inhaltsverzeichnis, und die Angabe des Datums suchst du vergebens. Noch viel schlimmer wird es, wenn du dir die Hefte der Parallelklasse anschaust, die sind nämlich absolut super geführt. 
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Wenn nun deine erste Idee sein sollte, die Schüler für ihre schlampige Heftführung zur Rede zu stellen, dann wirst du damit nur kurzfristig Erfolg erzielen. Auch die Idee, die Eltern zu informieren, wird dazu führen, dass einige Eltern sich darum kümmern und du wunderschön gestaltete Seiten von ihnen bekommst.

Wie gehst du nun vor?

Lass das, was passiert ist, so sein, wie es ist. Ändern kannst du daran im Nachhinein nichts mehr, ohne die Schüler extrem damit zu verärgern und zu langweilen. Aber ab sofort ist Heftführung etwas, was dir am Herzen liegt und für das du dich einsetzt.

Heft oder Hefter?

Das hängt vom Fach ab. In Fächern in denen das meiste einfach nur eingetragen und ab und zu mit einer Zeichnung versehen wird, ist ein Heft besser. Einzelne Sachen können eingeklebt werden; und solltest du aus irgendeinem Grund immer oder auch nur für eine Zeit mehr kopierte Seiten austeilen müssen, so gibt es einen zusätzlichen Hefter.

In den Fächern, in denen es öfter Kopien gibt, auf denen man auch mal schnell etwas notiert und später ordentlich aufschreibt (Versuchsbeschreibungen, -protokolle, Beobachtungen, Zeichnungen etc.), also den natur- und geisteswissenschaftlichen Fächern z. B., bieten sich Hefter an.

Heftführung

Ein Heft ist etwas, in das man täglich hinschreibt. Im Heft darf auch mal etwas stehen, das nicht schön aussieht – hier kann man sich ausprobieren. Fehler können passieren, müssen natürlich verbessert werden, sobald sie bemerkt wurden.

Gibst du etwas aus, das eingeklebt werden soll, so achte darauf, dass es gleich geschieht. Am besten hast du immer ein paar Klebestifte im Klassenraum (meistens bleiben immer irgendwelche liegen, die niemandem gehören), Gleiches gilt für Scheren. Seiten sollten nur im allergrößten Notfall aus dem Heft herausgerissen werden und hier unbedingt in Absprach mit dem Kind. Niemals darf der Lehrer das von sich aus tun – das ist Sachbeschädigung!

Hefter

Um mit Heftern richtig arbeiten zu können, sollten die Kinder immer genug Papier zur Verfügung haben. Hier stehen Kästchen, Linien, Rauten und freie Blätter zur Verfügung. Letztere eignen sich für Zeichnungen und für ältere Kinder, denn Linienblätter verrutschen und verschwinden schnell. Ansonsten können auch verschiedene Blätter genutzt werden.

Denk darüber nach, ob es sich eventuell lohnt, Blätter für alle, finanziert aus der Klassenkasse, zu kaufen, von denen sich jeder nach Bedarf einige holen darf. So sind immer für jeden Blätter vorhanden, die Schüler müssen nicht so schwer schleppen und im Ranzen kann nichts mehr verknicken.

  • Im Hefter sollte vorne ein Inhaltsverzeichnis stehen. Achte darauf, dass dort immer Datum, Thema und Seite eingetragen werden.
  • Blätter, die du ausgibst, sollten gelocht sein, sonst können sie nicht abgeheftet werden. Das Datum wird immer von den Schülern eingetragen, Überschriften werden unterstrichen.
  • Lineale kannst du bei Banken oder Sparkassen im Klassensatz bekommen.
  • Und im Hefter kann ein Blatt ganz einfach ausgetauscht werden, wenn es nicht schön geworden ist.

Loben, bewerten und ausstellen

Lobe die Schüler, deren Hefte gut aussehen. Positive Bestätigung bringt mehr als das Darstellen von etwas, das nicht gut ist. Gib den Schüler, bevor du bewertest, die Möglichkeit, dir die Hefte / den Hefter zu zeigen. Gibt ihnen Tipps zur Verbesserung und Zeit (z. B. eine Woche), in der sie die Möglichkeit zur Nacharbeit bekommen. Es geht dir ja nicht in erster Linie darum etwas nur zu bewerten, sondern darum, den Schülern beizubringen, wie es richtig gemacht wird. 

Es lohnt sich auch, Hefte oder Hefter zu bestimmten Themen zu erstellen und diese dann zu Elternabenden oder -sprechtagen als gute Beispiele auszustellen. 

Manon Sander hat als Lehrerin an Grund-, Haupt- und Realschulen unterrichtet. Sie ist Lehrbeauftragte an der Universität in Bielefeld und betreut dort die Lehramtsstudierenden im Praktikum. Frau Sander ist außerdem akademische Mitarbeiterin am Institut für Unterrichtsentwicklung an der Pädagogischen Hochschule. Die Mutter von sechs Kindern ist als Autorin für verschiedene Verlage und Magazine tätig.

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