Unterricht vorbereiten

Leseförderung in der Sekundarstufe: Lektüren und Aktionen rund ums Buch

Lesen bildet – und das in vielerlei Hinsicht. Hierin sind sich zahlreiche Wissenschaftler einig. Nach der Grundschulzeit kommt es vor allen Dingen in der Sekundarstufe darauf an, die Lesemotivation der Schülerinnen und Schülern wachzuhalten und Leseangebote zu machen, die den Interessen entsprechen und altersangemessen sind. Wie Sie solche Bücher auswählen und in welcher Form diese im Unterricht Platz finden, veranschaulicht der folgende Beitrag. 

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Leseförderung von Anfang an

Das Lesen von Kindern zu fördern, ist von Anfang an eine gemeinsam Aufgabe des Elternhauses und der Schule. Wichtig hierbei ist, dass sich sowohl die Eltern als auch die Lehrkräfte ihrer Vorbildfunktion bewusst sind. Nur, wer selbst liest und Interesse an Geschichten und Büchern zeigt, ist authentisch und vermittelt die Freude an Büchern. Idealerweise haben Kinder bereits im Säuglingsalter Zugriff auf altersangemessene Bücher. Nach und nach sollte dazu übergegangen werden, gemeinsam Bilderbücher zu betrachten. Wenn die Technik des Lesens beherrscht wird, werden erste Bücher gemeinsam gelesen. Das können so genannte Erstlese-Bücher sein, die sich auf die verschiedenen Grundschuljahrgänge konzentrieren. Es gibt natürlich auch Geschichten und Romane für Kinder.

Gut gewählt ist halb gewonnen!

Das A und O für eine gelungene Leseförderung in der Sekundarstufe ist eine gute Lektüreauswahl. Sie als Lehrkraft können sich beispielsweise unter:  www.jugendbuch-couch.de oder www.perlentaucher.de  über Klassiker und aktuelle Titel in der Jugendliteratur informieren. Lassen Sie sich außerdem im Buchhandel oder in der örtlichen Bibliothek beraten. Beziehen Sie Aspekte wie etwa den Preis des Buches und dessen äußeren Umfang in die Vorauswahl ein. Wichtig ist außerdem, dass:

  • die Lektüre altersangemessen ist und zur literarischen Biographie der Schülerinnen und Schüler passt.
  • die Thematik der Lektüre beide Geschlechter berücksichtigt.
  • die Lektüre die Interessen der jungen Leserinnen und Leser trifft.

Beziehen Sie die Schülerinnen und Schüler bei der Auswahl ein

Sobald Sie eine Vorauswahl für Ihre Lerngruppe getroffen haben, sollten Sie diese in die endgültige Buchauswahl einbeziehen. Stellen Sie beispielsweise drei bis fünf Bücher zur Auswahl und lassen Sie die Schülerinnen und Schüler abstimmen, welches Buch sie gemeinsam lesen möchten.

Stimmen Sie sich dann über Methoden ab, die im Unterricht verwendet werden sollen, so etwa das Lesetagebuch, das szenische Interpretieren, das Umschreiben etwa aus der Sicht eines anderen Charakters, das Umsetzen in ein Hörspiel oder in eine Bildergeschichte bzw. einen Comic. Wichtig ist ein ständiger Dialog während der Lektüre, aber auch danach. Im gemeinsamen Gespräch wird erörtert, welche Aspekte besonders gefallen haben, welche wiederum nicht. Die Schülerinnen und Schüler bewerten, ob sie das Buch weiterempfehlen würden und begründen ihre Meinung.

Aktionen rund um das Buch

Um Schülerinnen und Schüler kontinuierlich für das lustvolle Lesen zu begeistern, sollten Sie als Lehrkraft in regelmäßigen Abständen Aktionen rund um das Buch in Ihrem Unterricht stattfinden lassen. So können Sie etwa Buchclubs für Jungen und Buchclubs für Mädchen einrichten. Hier tauschen Jungen und Mädchen in ungestörter Atmosphäre Buchtipps, die für das jeweilige Geschlecht besonders interessant sind. Unterrichtsgänge zu Lesungen von Jugendbuchautoren, in die örtliche Buchhandlung oder in die Stadt- bzw. Gemeindebibliothek sollten zum Schulalltag gehören. Genauso wie das Einrichten und Pflegen einer Klassenbibliothek. In dieser sollten Bücher vertreten sein, die die jeweilige Lerngruppe ansprechen. Hierbei handelt es sich – laut wissenschaftlicher Untersuchungen – etwa um Abenteuer-Bücher, witzige Geschichten, Fantasy, Comics oder Sachbücher. Häufig stellen Büchereien Bücherkisten für Schulklassen zusammen, in denen thematisch geordnete Bücher zu verschiedenen Themenkreisen zu finden sind.

Auch die Eltern sollten einbezogen werden: Informationsveranstaltungen rund um das Jugendbuch, bei denen beispielsweise Experten aus der Bücherei Buchtipps oder Tipps zum gemeinsamen Lesen in der Familie geben, sollten regelmäßig stattfinden. Vielerorts werden auch Bücherabende oder Buchclubs für Eltern sehr gerne angenommen.

 

Ideen für eine gelungene Leseförderung gibt es zahlreiche. Haben Sie Mut und wenden Sie sich mit Ihren Vorschlägen an Ihre Mentorinnen und Mentoren oder auch an die Schulleitung. Und denken Sie daran: Lesen ist keine einsame Tätigkeit sondern schafft etwas ganz Besonderes: Gemeinschaft!  AvP

Lektüre-Tipps für die Sekundarstufe:

  • Jeff Kinney: Gregs Tagebuch – Von Idioten umzingelt. Bastei Lübbe. Baumhaus Taschenbuch. 7,99 € (ab 11 Jahre)
  • Suzanne Collins: Die Tribute von Panem – Tödliche Spiele. Oetinger Taschenbuch. 9,99 € (ab 13 Jahre)
  • Michael Northrop: Kälte. Loewe Verlag. 6,95 € (ab 14 Jahre)
  • Wolfgang Herrndorf: tschick. Rororo. 8,99 € (ab 14 Jahre)

Die Autorin Alexandra von Plüskow ist Lehrerin und war mehrere Jahre als Fachberaterin und Lehrbeauftragte tätig. Derzeit arbeitet sie als freie Fachjournalistin und Referentin.

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