Unterricht

So setzen Sie Lernkarteien effektiv im Unterricht ein

Lernkarteien sind ein effizienter Weg, Unterrichtsinhalte zu erarbeiten, zu üben und/oder zu wiederholen. Lesen Sie hier, was Sie hinsichtlich des Einsatzes von Lernkarteien wissen und berücksichtigen sollten.
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Lernkarteien – das steckt dahinter

Lernkarteien bestehen aus einer Box, in der sich Karteikarten zu einer bestimmten Thematik befinden. Auf der Vorderseite der Karteikarten werden beispielsweise Fragen oder ein fremdsprachlicher Begriff notiert, auf der Rückseite findet sich dann die Antwort oder die Übersetzung. Einige Lernkarteien sind nach dem 5-Fächer-Prinzip aufgebaut. Im ersten Fach sind zunächst alle Karteikarten, die gelernt werden müssen. Der Lerninhalt wird dann abgefragt. Wurde die richtige Antwort gewusst, so steckt man die dazugehörige Karteikarte in das zweite Fach. War die Antwort falsch, so kommt die Karteikarte wieder in das erste Fach. Nach und nach wandern so alle Karten in das fünfte Fach. Diese Inhalte werden sicher beherrscht.

Lernkarteien können entweder individuell gestaltet oder aber auch als thematisch befüllte Box erworben werden, z. B. die Lernboxen von AOL.

Die Lernkartei – ein wichtiges Hilfsmittel zum eigenständigen Lernen

Mithilfe der Lernkartei lernen Ihre Schülerinnen und Schüler sowohl eigenständig zu arbeiten als auch strukturiert vorzugehen. Sie teilen sich beispielsweise ihren Lernstoff sinnvoll ein und lernen, wiederholend und regelmäßig zu arbeiten. Ferner tragen sie selbst Verantwortung dafür, wie häufig sie bestimmte Inhalte wiederholen.

Für das Lernen von Vokabeln eignen sich Karteikarten eines kleineren Formats. Komplexere Inhalte finden auf größeren Karteikarten Platz.

Mit der Lernkartei differenzieren

Die Lernkartei sollte von Ihnen im Sinne eines differenzierten Lernens eingesetzt werden. Sie kann sowohl beim Lernen von Vokabeln Anwendung finden als auch im Sachkunde-, Religions- oder Kunst- bzw. Musikunterricht. Hier notieren die Schülerinnen und Schüler Fragen auf der Vorderseite der Karteikarte, deren Beantwortung sie auf der Rückseite finden. Im Mathematikunterricht finden Textaufgaben oder mathematische Formeln auf der Vorderseite Platz, die auf der Rückseite aufgelöst oder angewendet werden. Lassen Sie Ihre Schülerinnen und Schüler mit der Lernkartei etwa während der Freiarbeit oder Planarbeit arbeiten. Oder Sie verwenden sie zu regelmäßigen Zeiten, etwa zu Beginn des Unterrichts. In manchen Fällen kann die Kartei auch im Rahmen der Hausaufgaben angewendet werden. Dies ist beispielsweise bei der Hausaufgabenbetreuung in einer Ganztagsschule sinnvoll. Ob Sie Ihren Schülerinnen und Schülern die Lernkartei für die Arbeit zu Hause mitgeben, sollte wohlüberlegt sein. In der Schultasche erweisen diese sich häufig als sperrig.

So arbeiten Ihre Schülerinnen und Schüler effizient mit der Lernkartei

Zunächst tragen Ihre Schülerinnen und Schüler den Lernstoff auf die Vorder- und Rückseiten der Karteikarten ein. In manchen Fällen ist es hilfreich, wenn sie kleine Gedankenstützen etwa in Form von Zeichnungen dazu eintragen. Sind alle Karteikarten ausgefüllt, so werden sie in das erste Fach gesteckt. Gearbeitet wird erst einmal nur mit dem ersten Fach. Entweder werden die Lernenden in Einzelarbeit oder in Partnerarbeit tätig. Während der Partnerarbeit stellen sie sich gegenseitig Fragen. Wie sie sich den Lernstoff einteilen, liegt in der Hand der Schülerinnen und Schüler. Am Anfang gilt: weniger ist mehr. Schritt für Schritt können sie die Menge des Lernstoffs steigern.

Egal, ob Sie die Lernkartei im Rahmen der Freiarbeit oder in regulären Unterrichtsstunden einsetzen: Schon zehn Minuten intensiver Arbeit hiermit pro Tag reichen aus. Die Karten im ersten Fach sollten einmal täglich geübt werden – und nach und nach die Karten aus den anderen Fächern.

Themen für die Lernkartei

Neben dem „Klassiker“ des Vokabellernens kann die Lernkartei immer dann eingesetzt werden, wenn es darum geht, Faktenwissen zu üben. Das können Geschichtszahlen sein oder Fachbegriffe, Formeln für den Mathematik- oder Physikunterricht, Fragen für die Führerscheinprüfung usw. Unterschätzen Sie nicht die Möglichkeit des doppelten Lernens, wenn Sie Ihre Schülerinnen und Schüler bitten, eine Lernkartei selbst anzulegen, auf der sie auf der einen Seite eine Frage, auf der anderen die passende Antwort notieren. Eine so entstehende Lernkartei bietet viele Möglichkeiten, individuell in einer Klasse Wissen zu vertiefen.  AvP

Weitere hilfreiche Unterrichtsmaterialien, die für einen interessanten und abwechslungsreichen Stundenverlauf beitragen können, sind Arbeitsblätter, Folien, der Einsatz von Technik und Medien.

Die Autorin Alexandra von Plüskow ist Grund- und Hauptschullehrerin. Sie war mehrere Jahre als Lehrerin und Fachberaterin für die Landesschulbehörde Lüneburg und als Lehrbeauftragte für die Universität Koblenz-Landau tätig. Derzeit arbeitet die zweifache Mutter als freie Fachjournalistin und Referentin für verschiedene Verlage.

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